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Wann lohnt sich die Miete von generalüberholten Servern?

2. Sep 2020 RST

Sucht man ein Auto, so ist der Gebrauchtmarkt in seinen unterschiedlichen Ausprägungen eine etablierte Alternative zum Neukauf. Auf dem Serversektor, der in mancher Hinsicht vergleichbar ist, war es bis vor wenigen Jahren völlig unüblich, gebrauchte Hardware zu kaufen. Aus diesem Grund fehlte auch das hierzu erforderliche Ökosystem von Dienstleistern, Aufbereitern und Vermarktungsunternehmen. Das hat sich grundlegend geändert.

Seit einigen Jahren erreichen Hardwareserver mühelos die im Mittelstand geforderten Leistungen, selbst wenn die Geräte schon einige Jahre alt sind. Damit bieten sich gebrauchte Server als valide Alternative zu Neugeräten an, vorausgesetzt sie wurden vor ihrem erneuten Einsatz professionell geprüft und instandgesetzt. Bei wiederaufbereiteten Geräten hoher Qualität werden neben einer intensiven inneren und äußeren Reinigung auch Hardwaretests gefahren, die vom Umfang her der Endabnahme von Neugeräten entsprechen. Auf diese Weise werden defekte oder angeschlagene Komponenten erkannt und ersetzt. Gute Wiederaufbereiter spielen zudem die aktuellsten Firmware-Versionen ein, so dass beispielsweise RAID-Controller, Netzwerkkarten oder Remote-Controller auf neuestem und damit optimierten Stand sind.

Vergleich der Modelle

Der nachfolgende Vergleich stellt die Neubeschaffung eines Servers der Miete eines Refurbished-Servers mit vergleichbarer Leistung und Ausstattung gegenüber. Berücksichtigt werden vor allem betriebswirtschaftliche, aber auch technische Aspekte. Bei den Beschaffungsoptionen Kauf oder Miete spielen vor allem folgende Punkte eine Rolle bei der Entscheidung:

Serverhardware kaufen:

  • Einmalige Belastung der Liquidität am Anfang
  • Hohe Abschreibung (kann gewünscht oder nicht gewünscht sein)
  • Zu Beginn aktuelle Hardware auf dem neuesten Stand
  • Hardware veraltet schnell, typischerweise drei bis fünf Jahre, daher Zwang zu regelmäßigem Neukauf
  • Wartungs-/Supportvertrag erforderlich

Serverhardware mieten:

  • Fremdfinanzierung
  • Keine Abschreibung, Mietkosten als Betriebsausgabe voll anrechenbar
  • Klare Kalkulationsbasis für die Dauer des Mietvertrags
  • Mietverträge sehr flexibel und kurzfristig modifizierbar
  • Kein Wartungsvertrag erforderlich

Warum empfehlen wir unseren Kunden gerade bei Refurbished-Servern ein Mietmodell?

Beim Mietmodell ist der Vermieter für den einwandfreien und funktionsfähigen Zustand der Mietsache verantwortlich. Etwaige Reparaturen müssen vom Vermieter getragen werden und sind im Mietpreis enthalten. Ein teurer Wartungsvertrag ist daher nicht erforderlich. Beim Kauf gebrauchter Hardware liegt das Reparaturrisiko hingegen beim Käufer.

Ändern sich die Leistungsanforderungen an die IT des Kunden während der Mietlaufzeit so stark, dass diese mit den gemieteten Servern nicht zu schaffen sind, so können die Mietserver jederzeit gegen stärkere Varianten ausgetauscht werden. Das wäre beim Kauf-Modell nur durch Neubeschaffung möglich. Gleiches gilt für Änderungen an der Ausstattung der Server während der Mietlaufzeit, beispielsweise Hardware-Upgrades. So lassen sich etwa Storage-Erweiterungen, mehr Hauptspeicher, zusätzliche Netzwerkkarten oder ähnliches sehr flexibel nachrüsten.

Auf Wunsch kann die Miethardware nach Ablauf des Vertrags vom Kunden zu günstigen Konditionen übernommen werden. Rückläufer werden, sofern sie noch auf dem aktuellen Stand der Technik sind, wieder aufbereitet – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

LIS AG als betreuendes Systemhaus übernimmt alle Arbeiten an der Hardware. Somit hat der Endkunde für Hard- und Software immer den gleichen, kompetenten Ansprechpartner. Das ist bei komplexen Problemen oft hilfreich, wenn nicht klar ist, ob ein Fehler auf der Hardware- oder Softwareseite liegt.

Vergleichbare Hardware

Die folgende Tabelle vergleicht zwei Dell-Server der gleichen Baureihe in aktueller und vorheriger Generation. Abgesehen von technologischen Unterschieden (Board, CPU) sind die Server möglichst identisch ausgestattet. Bei den CPUs werden die Benchmark-Werte mit angegeben. Auch der Refurbished-Server R730 bietet soviel Leistung, dass er die Anforderungen für 70 bis 100 Arbeitsplätze locker erfüllt.

  Dell R740 neu Dell R730 refurbished
Format 19” 2 Höheneinheiten 19” 2 Höheneinheiten
HDD-Slots 16x 2,5” 16x 2,5”
CPU/Kerne/Takt 2x Gold 6240, 36 Kerne, 2,60 GHz 2x E5-2699V3, 36 Kerne, 2,3 GHz
Performance: Passmark 43292 (138%) 31439 (100%)
Performance: Single Thread 2222 (111%) 1993 (100%)
RAM 256 GB (8x 32 GB) 256 GB (8x 32 GB)
Raid-Controller PERC H730p, 2 GB Cache PERC H730p, 2 GB Cache
Storage 10x 1,2 TB SAS Festplatten,
10.000 U/min, 24/7,
9,6 TB netto bei Raid6
10x 1,2 TB SAS Festplatten,
10.000 U/min, 24/7,
9,6 TB netto bei Raid6
Netzwerk 4x 1 GBit LAN
2x 10 GBit LAN
4x 1 GBit LAN
2x 10 GBit LAN
Remote Controller iDRAC 9 Enterprise iDRAC 8 Enterprise
Netzteil 2x 750 W, redundant 2x 750 W, redundant
Wartung/Support 36 Monate (= Wartungsvertrag) 36 Monate (= Mietlaufzeit)
Preise 19.395,88 € (Listenpreis) 249,00 € Miete/Monat
Kosten auf 36 Monate 19.395,88 € 8.964,00 €

Der Vergleich zeigt, dass – in diesem Fall – die Kosten der Mietvariante über einen Zeitraum von 36 Monaten bei weniger als 50 % im Vergleich zur Kaufvariante liegen und das bei weitgehend identischer Ausstattung, vergleichbarem Support und nur geringfügig niedrigerer CPU-Performance. Das Mietmodell kann aus betriebswirtschaftlicher Sicht über die betrachtete Laufzeit von drei Jahren sehr attraktiv sein, wenn bestimmte Randbedingungen beachtet werden. Bitte wenden Sie sich an uns, wir beraten Sie gerne.

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