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Apple Pay und Google Pay: Goldgruben für Daten

13. Jan 2021 GKO

Zahlungsdienste werden zunehmend als Goldgrube für Daten angesehen, daher drängt die EU-Finanzkommissarin Mairead McGuinness auf eine schärfere Regulierung.

Mairead McGuinness äußert sich kritisch zu jungen Bezahl-Apps wie Apple Pay und Google Pay, Alipay oder WeChat Pay sowie den Ambitionen der dahinterstehenden Konzerne aus den USA und China: „Wer die Zahlungssysteme kontrolliert, kontrolliert zunehmend unsere modernen, hoch digitalisierten Volkswirtschaften“. Diese erfolgreichen bargeldlosen Dienste für grenzüberschreitende Zahlungen in- und außerhalb der EU kommen aber nicht aus Europa, gibt die Irin zu bedenken.

Tiefer Einblick in persönliche Daten

Zahlungsdienste würden zunehmend als eine Goldgrube für Daten angesehen, erklärte McGuinness Ende November 2020 bei einer virtuellen Konferenz der Bundesbank zur Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs. „Jeder, der Zugang zu diesen Daten hat, weiß sehr viel über unseren Geschmack, unsere Vermögensverhältnisse und unsere Gewohnheiten.“

Dieser Schatz sei der Aufmerksamkeit gerade der Unternehmen nicht entgangen, „die oft zu den größten der Welt gehören und die von Daten leben“, konstatierte die Irin, ohne Namen zu nennen. „Sie zeigen immer mehr Interesse an Zahlungen, einige von ihnen erwerben sogar Lizenzen von Zahlungsdienstleistern.“ Die Datenkonzerne schwängen sich so zu den größten Konkurrenten der Banken auf.

Die Kommissarin sprach von einer „Revolution im Zahlungsverkehr“, die sich in einer schärferen Kontrolle widerspiegeln müsse. Gleiche Wettbewerbsbedingungen seien wichtiger denn je zuvor: „Unternehmen, die in den Zahlungsverkehrsmarkt eintreten, wer auch immer sie sind und woher auch immer sie kommen, müssen dem gleichen Regulierungs- und Aufsichtsniveau unterworfen werden.“

Europäische Lösungen

Zugleich bedauerte die Konservative, dass die europäische Wirtschaft den Mobil-Lösungen der datengetriebenen Wirtschaft aus anderen Kontinenten wenig entgegenzusetzen habe. Es gebe zwar viele inländische Zahlungsmittel in Europa, einige von ihnen seien sogar „relativ neu und modern“ wie Sofortzahlungen und Handy-Apps. Diese kämen vor allem bei der jüngeren Generation gut an. Aber man könne sie nicht zuverlässig über Grenzen hinweg benutzen: „Das ist unsere fragmentierte europäische Realität heute“ – und die müsse sich ändern.

McGuinness lobte daher die von einem europäischen Bankenkonsortium in diesem Jahr angeschobene European Payments Initiative, mit der eine moderne europäische Zahlungsinfrastruktur aufgebaut werden soll. Es sei gut, dass sich mit Worldline und Nets gerade zwei europäische Zahlungsdiensteanbieter der Allianz angeschlossen hätten.

Globale Reichweite

Durch das im September 2020 präsentierte Paket zur Digitalisierung des Finanzsektors soll ein vollständig integriertes Massenzahlungssystem in der EU entstehen, das auch Lösungen für grenzüberschreitende Sofortzahlungen umfasst. Dieser Ansatz ist für McGuinness entscheidend: „Wenn wir erwarten, dass unsere Zahlungslösungen erfolgreich sind und mit globalen Akteuren konkurrieren, brauchen sie eine globale Reichweite.