KontaktRufen Sie uns an +49 89 993412-0

Firmenbrief 10/2018

Liebe LeserInnen,

die hessische Polizei macht‘s vor: Sie nutzt eine Software aus dem Haus Palantir unter dem Namen Hessendata zur Verbrechensbekämpfung, eine moderne Form der Rasterfahndung.

Was für die Beamten so hilfreich zu sein scheint, ist Datenschützern ein Alptraum. Das Unternehmen wurzelt in der US-amerikanischen NSA - eine Verbindung zum Datenskandal in Zusammenhang mit Cambridge Analytica und Millionen abgegriffener Facebook-Daten im US-Wahlkampf lässt es weiter dubios erscheinen. Zudem kann ein Abfließen der Daten über eine digitale Hintertür auch von der hessischen Polizei nicht „100 Prozent ausgeschlossen" werden.

Ein Beitrag in der Süddeutschen beleuchtet, was diese Instrumente und die heute angewendeten Werkzeuge wie Vorratsdatenspeicherung verbunden mit den technischen Möglichkeiten unter einer totalitären Herrschaft bewirken könnten. „Würden Populisten mit einem autoritären Verständnis von Staatlichkeit heute auf die Regierungsbank gelangen, hätten sie Zugriff auf ein beängstigendes Arsenal von Repressionswerkzeugen", warnt die Netzaktivistin Nocun in der SZ. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich die gruseligen Szenarien für Oppositionelle, Journalisten oder deren Quellen auszumalen.

Neben diesen schaurigen Aussichten wollen wir jedoch den Blick auch auf Erfreuliches lenken: Ubuntu, welches die Basis für CoreBiz liefert, feiert seinen 14. Geburtstag mit der Version 18.10 für den Desktop.

Schaurige Unterhaltung kurz vor Halloween finden Sie im heutigen Schlussbeitrag, Erfreuliches vermelden auch Red Hat und unsere CoreBiz-Entwickler und im LIS-Support-Beitrag finden Sie Hilfestellung für Zugriff auf entfernte Windows-Rechner.

Ihre

Sophie Bulian

CoreBiz: Nicht so vorschnell

Wenn Sie schon länger mit Linux auf dem Desktop arbeiten, haben Sie sicher bemerkt, dass das Ein- und Ausschalten immer schneller geworden ist. Das liegt nicht nur an leistungsfähigerer Hardware, auch der Bootprozess in Linux wurde über die Jahre immer cleverer. Eine moderne Lösung namens Systemd weiß, welche Komponenten in welcher Reihenfolge starten oder stoppen müssen und vor allem welche Schritte gleichzeitig ablaufen können. Gerade beim Herunterfahren eines PCs spart das enorm Zeit. Manchmal geht es aber auch zu schnell - so geschehen beim Synchronisieren von Roaming Profiles.

Bei Roaming Profiles handelt es sich um spezielles Feature des CoreBiz-Clients: Beim Login eines Benutzers holt es alle seine Einstellungen und Dateien, also sein komplettes Profil, vom Server. Ab dann liegen die Files lokal auf dem PC, damit ist der Zugriff viel schneller und vor allem unabhängig von einer Netzverbindung. Beim Logout läuft der Abgleich in die andere Richtung: Alle geänderten Files werden wieder auf den Server kopiert. Dank dieser Synchronisation kann sich der Benutzer auch auf einem anderen PC anmelden („roaming") und hat dort alle seine Daten verfügbar. Das Problem: Wenn der Benutzer sich nicht ausloggt, sondern direkt auf „Herunterfahren..." klickt, sorgt Systemd normalerweise für ein möglichst schnelles Abschalten. Dabei stoppt er auch gnadenlos die Synchronisation.

Die CoreBiz-Entwickler mussten hier also zur Abwechslung mal auf die Bremse treten: Sowohl der Sync als auch alle Komponenten, die für die grafische Anzeige erforderlich sind, dürfen sich erst nach dem Zurückkopieren der Daten beenden. Schließlich soll der Anwender ja sehen, was sein Rechner noch macht, und der Rechner muss das komplette Profil sichern. Systemd darf und soll währenddessen alle anderen nicht mehr nötigen Programme stoppen, aber hier braucht er etwas Geduld.

Red Hat: Red Hat OpenShift Container Platform 3.11 ist verfügbar

Red Hat liefert ab sofort mit Red Hat OpenShift Container Platform 3.11 die neueste Version seiner Enterprise-Grade Kubernetes-Plattform aus. Red Hat OpenShift Container Platform 3.11 beinhaltet Kubernetes 1.11 und mehrere neue Features für die Optimierung des Cluster- und Applikationsbetriebs. Zu den wichtigsten neuen Funktionen zählen:

Integration von CoreOS-Technologien

Red Hat OpenShift hatte bereits eine Entwickler-orientierte Anwenderkonsole; die Version 3.11 verfügt nun auch über eine Administrator-fokussierte Konsole, die auf CoreOS Tectonic basiert. Sowohl Applikations- als auch Cluster-Konsole sind Bestandteil von OpenShift Container Platform 3.11. Entwickler erhalten über die Applikations-Konsole wie gewohnt Zugang zu Services, Containern und Deployment-Tools, und Administratoren können jetzt über die Cluster-Konsole Cluster, Nodes und User verwalten und überwachen.

Kubernetes-native Metriken und Alarme

Prometheus, ein CNCF-Projekt, sammelt Zeitreihen-Daten als Quelle für das Auslösen von Alarmen und hat sich als führender Standard für das Cloud-native Monitoring in Kubernetes herauskristallisiert. In OpenShift Container Platform 3.11 ist Prometheus nun für das Cluster Monitoring verfügbar.

Neben der Cluster-Konsole bietet OpenShift Container Platform 3.11 auch Grafana-Dashboards. Sie unterstützen bei der Visualisierung und besseren Analyse von Zeitreihen-Daten und bieten detailliertere Daten zu wichtigen Metriken und enthaltenen Alarmen.

Insgesamt haben Anwender von OpenShift Container Platform mit der Cluster-Konsole, Prometheus und Grafana-Dashboards mehr Sicherheit, dass sie einen umfassenden, detaillierten Überblick zur Kubernetes-Cluster-Performance erhalten.

Kubernetes-Operatoren auf OpenShift

Bestandteil der neuen Version sind auch mehrere Previews rund um Kubernetes Operators für die Verwaltung nativer Kubernetes-Applikationen und Services. Dazu zählen:

  • Couchbase Autonomous Operator: Der Operator ermöglicht die Automatisierung von Konfiguration, Erstellung, Skalierung und Recovery von Couchbase-Clustern und bietet eine native Integration des Couchbase Server mit Red Hat OpenShift.
  • Dynatrace OneAgent Operator: Der Operator kann für die Installation und Updates des OneAgent Pod in OpenShift verwendet werden und damit manuelle Tätigkeit reduzieren.
  • etcd Operator: Der Operator unterstützt Anwender bei der Konfiguration und dem Management der Komplexitäten von etcd.
  • MongoDB Operator: Der Operator unterstützt bei der Bereitstellung von einsatzbereiten Replica-Sets und Sharded-Clustern sowie Standalone-Dev/Test-Instanzen.
  • Prometheus Operator: Der Operator für die Verwendung bei containerisierten Applikationen ermöglicht die Konfiguration und den Einsatz eigener Monitoring-Services.
  • Red Hat AMQ Streams Operator: Red Hat AMQ Streams ist eine massiv-skalierbare, verteilte und hochperformante Daten-Streaming-Plattform, die auf dem Apache-Kafka-Projekt basiert. Sie ermöglicht Microservices und anderen Applikationen, Daten mit größerem Durchsatz und niedrigerer Latenz zu teilen.

Die neue Version steht hier zum Download. Weitere Informationen zu Red Hat OpenShift Container Platform 3.11 gibt es in einem Blog.

Tipp vom LIS-Service: Zugriff auf entfernte Windows-Maschinen mit rdesktop

Mit dem Kommandozeilenprogramm rdesktop können Sie von einem Linux-Rechner aus, eine Remotedesktopverbindung (RDP-Verbindung) zu einem entfernten Windows-Host herstellen. Das RDP-Protokoll läuft auf den Port 3389 und wurde damals von Microsoft im Jahr 1998 eingeführt.

Die Standardsyntax lautet wie folgt:

  rdesktop [OPTIONEN] SERVER/IP-ADRESSE[:PORT]

Beispiel:  

  :~$ rdesktop 192.168.X.X

Optionen:

  -g [AUFLÖSUNG]      stellt die Bildschirmauflösung ein (z.B. 1200x900)  
  -u [BENUTZER]       verbindet sich mit dem genannten Benutzer auf die Zielmaschine
  -p [PASSWORT]       verbindet sich mit dem Passwort des Benutzers
  -k [TASTATURLAYOUT] Stellt die sprachliche Tastaturbelegung ein (en, de, fr etc.)
  -f                  aktiviert den Vollbildmodus
  -z                  aktiviert die Kompression des RDP-Datenstroms
  -d                  Domäne für Authentifizierung.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Witz zum Schluss

Nicht nur die Datensammelei und ihre Möglichkeiten bringen uns zum Gruseln, und kurz vor Halloween findet auch Simon‘s Cat scheinbar harmlose Vogelbilder zumindest seltsam:

Sehen Sie hier!

Firmenbrief