Aktueller Firmenbrief

15.11.2017

Firmenbrief 144/17


Liebe LeserInnen,

während europaweit Open Source eine größere Bedeutung erhält, hat der Münchner Stadtrat beschlossen, viel Geld für eine Rolle rückwärts beim Limux-Projekt auszugeben. Wen wundert's - eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hat nicht stattgefunden und die Kosten für die Windows-Lizenzen sollen geheim bleiben.  

Aber zunächst die guten Nachrichten: Am 6. Oktober haben 32 europäische Minister, zuständig für E-Government, die so genannte Tallin Erklärung für E-Government unterzeichnet. Hier beschließen sie, künftig mehr Freie Software und offene Standards einzusetzen. Einer der hierfür genannten Gründe ist, dass Vendor-LockIns, also Abhängigkeiten vom Hersteller, vermieden werden sollen. Zudem wird hier festgelegt, dass die Europäische Kommission Freie Software und Offene Standards nutzen soll, wenn EU-Gelder eingesetzt werden. Die FSFE (Free Software Foundation Europe) hat hierzu eine Kampagne laufen „Öffentliche Gelder, Öffentlicher Code" (Public money, public Code) und verweist stolz auf einen Erfolg ihrer Arbeit.

Die öffentlichen Gelder interessieren CSU und SPD im Münchner Stadtrat offenbar weniger, wenn diese das Limux-Projekt rückabwickeln und die Linux-Clients wieder zu Windows-Clients machen wollen. Da Microsoft seit einigen Jahren in München ansässig ist und dem Unternehmen das Projekt von Beginn an ein Dorn im Auge war, liegt die Vermutung nahe, dass die Stadt für die rund 29.000 Client-Lizenzen einen gut rabattierten Sonderpreis erhält, dennoch sind die Kosten allein für  die Schaffung eines einheitlichen IT-Arbeitsplatzes allein schon auf 2,14 Millionen beziffert. Der Ärger im laufenden Betrieb für die Mitarbeiter ist vorprogrammiert und erwartbar.

Wie Sie Ihre IT ohne hohe Lizenzkosten mit gut gewarteter Open-Source-Software am Laufen halten, lesen Sie auch heute wieder im Linux-Firmenbrief, darunter mit einem Artikel zu Ihrer VoIP-Telefonanlage in der Cloud.

Viel Spaß beim Lesen wünscht 

Ihre

Sophie Bulian