Firmenbrief

20.09.2017

Firmenbrief 142/17


Liebe LeserInnen,

kommenden Sonntag ist Wahl - und selbstverständlich gehen wir hin. Der Wahlkampf läuft auf allen Kanälen auf Hochtouren, und nicht immer ist von Nutzern zu durchschauen, mit wem sie es hinter den Meinungen, Kommentaren und Schlagzeilen zu tun haben.

Die Aktivisten von Digitalcourage haben sich bemüht, etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen und sich unter anderem um die Positionen der einzelnen Parteien zum Thema Datenschutz gekümmert verbunden mit der Frage, wie und wer den Wahlkampf im Netz steuert. Es dürfte kaum erstaunen, dass von der AfD nichts zu erfahren war, noch nicht einmal der Name einer Person, die als Datenschutzbeauftragte(r) agiert.

Apropos Stimmungsmache im Internet: Wenn Facebook, Google und Co. immer wieder behaupten, gegen Hassbotschaften keine wirksamen Gegenmittel zu haben oder mit „Meinungsfreiheit" argumentieren, dann ist die Reaktion nach den rechtsradikalen Unruhen im US-amerikanischen Charlottesville doch einigermaßen erstaunlich. Plötzlich waren sich führende Unternehmen einig und es ging, was vorher nicht machbar schien. Facebook und Instagram nahmen zahlreiche Accounts vom Netz, WordPress schloss sich an, Spotify nahm „Hassmusik" aus dem Streaming Service, GoFundMe und Uber waren dabei und sogar das Datingportal OkCupid verwehrte einem der Charlottesville-Hauptakteure, über die Plattform die große Liebe zu suchen.

„Ein bisschen unheimlich" kommentiert die Süddeutsche Zeitung, und tatsächlich ist dies ein ziemlich deutliches Beispiel dafür, was geht, wenn Datenmacht gebündelt wird. Umso wichtiger bleibt es, dass Aktivisten gestärkt werden, die den Konzernen und Politikern auf die Finger schauen und dass jede(r) Einzelne versuchen sollte, über den Rand der eigenen Filterblase zu schauen. So weist beispielsweise die Electronic Frontier Foundation darauf hin, dass im Gegenzug zu den Netzblockaden nun Rassisten versuchen, die „Black-Lives-Matter"-Bewegung als Hassorganisation zu diskreditieren.

Dass die CSU in Bayern auf Stimmenfang bei jungen Leuten mittels eines Chat-Bots geht, hätten Sie den Aktivisten von Digitalcourage in der Umfrage beispielsweise mitteilen können. Wie die Gedankengänge der Partei so aussehen, erfahren Sie dafür in unserem heutigen Witz zum Schluss. Im Linux-Firmenbrief lesen Sie heute außerdem, wie Bildersammlung in CoreBiz funktioniert, der LIS-Service stellt das nützliche Ntop vor und Red Hat erlärt, wie Unternehmen von Ansible profitieren.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian