Firmenbrief

16.08.2017

Firmenbrief 141/17


Liebe LeserInnen,

lesen Sie die AGB, wenn Sie Software installieren, sich in ein WLAN einloggen, Ware im Internet bestellen? Eine Studie hat errechnet, dass es 76 Arbeitstage pro Jahr dauern würde, wenn wir dies jedes Mal täten, wenn es von uns gefordert wird.

Ein WLAN-Anbieter in Großbritannien hat sich einen Spaß daraus gemacht und eine Passage in seine AGB geschmuggelt, wonach sich die Anwender verpflichten, 1000 Stunden gemeinnützige Arbeit zu verrichten. Rund 20.000 Nutzer haben sich damit zum Kloputzen verpflichtet; das Unternehmen hatte auf die Weise zumindest reichlich kostenlose Werbung. Britischem Humor ist es auch zu verdanken, dass Juristen derartige Überraschungen unter dem Begriff Herodes-Klausel kennen: Schon 2014 verpflichteten sich WLAN-Nutzer per AGB-Klick, ihr erstgeborenes Kind abzugeben. In Deutschland sorgt das BGB dafür, dass wir uns zumindest nicht vor allzu absurden Auswüchsen fürchten müssen.

Ob solche Aktionen tatsächlich auch nur einen Nutzer dazu bewegen sein Verhalten zu ändern, ist angesichts des Umfangs der meisten AGB fraglich. Zwei Autoren, die für das Satireportal Postillon schreiben, haben den Umfang der Facebook-AGB nun genutzt, diese zu einem Musical zu verarbeiten - so wäre es nun wenigstens unterhaltsam, sich dieses zu Gemüte zu führen, zumindest wenn man vom Trailer auf das komplette Werk schließt. Wesentlich einfacher ist es übrigens meist, wenn Sie bei Open Source Software nach den AGB suchen: In rund 60 Prozent der Fälle (lt. SourceForge 2016) ist dies die Gnu Public License (GPL), sie müssen sich also nicht stets auf neue, unbekannte Klauseln gefasst machen.

Da Digitales in unserem Leben heute so eine überragende Rolle einnimmt, empfehlen wir vor der Bundestagswahl an dieser Stelle den Wahlkompass für digitale Themen, erarbeitet vom Berliner Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft.

Im heutigen Linux-Firmenbrief berichten wir über CoreBiz in Version 7, die Neuauflage von Red Hats Open Shift, geben einen Tipp zum Festplatte überwachen und zeigen im Witz am Schluß, welche Folgen der Einsatz von Sprachassistenten haben kann.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre
Sophie Bulian