Firmenbrief

15.11.2016

Firmenbrief 132/16


Liebe LeserInnen,

ist Facebook schuld, dass Donald Trump neuer Präsident der USA wird? „Präsident Troll" titelt die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel, der dieser Theorie nachgeht.  

Dank Internet finden falsche Nachrichten und Gerüchte rasend schnell Verbreitung, was in der Wahlkampf-Schlammschlacht eine immense Rolle gespielt hatte. Je größer die vermeintliche Sensation, desto mehr LeserInnen und damit auch mehr Werbeeinnahmen, so dass sich hieraus eine kleine Industrie entwickelt. In Facebook beispielsweise sorgen dafür Algorithmen, welche Nachrichten mit vielen „Likes" und Kommentaren bevorzugt verbreiten, ohne davor den Wahrheitsgehalt geprüft zu haben.

Zuckerberg selbst vertritt in einem verteidigenden Statement die Meinung, dass 99 Prozent der Nachrichten auf Facebook „authentisch" sind. Mag es also Zufall sein, dass sein eigenes Netzwerk ihn zusammen mit zwei Millionen weiteren Anwendern am 11.11.16 für tot erklärt hat und dies per Nachricht auf den jeweiligen Nutzerseiten verkündete? Trump selbst sieht in einem Interview mit CBS ganz klar, dass ihm die sozialen Medien zum Sieg verholfen haben, was ihn zumindest als Marketingprofi ausweist.

Vorsicht mit der Bewertung von Nachrichten aus zweifelhafter Quelle ist grundsätzlich geboten, aber auch bei Statistiken und Gutachten sollte ein genauer Blick auf den Auftraggeber und dessen Motive nicht ausbleiben. Dies legen wir dem Münchner Stadtrat ans Herz, der sich mit einem Gutachten von Accenture auseinandersetzen muss. Begutachtet wird der Einsatz der freien Plattform LiMux in der Verwaltung und angeblich unlösbare Probleme hiermit. Es geht um viel Geld und Herstellerunabhängigkeit, ein echter Vergleich wäre daher wichtig, wie auch die Free Software Foundation Europe meint.

Wenn Sie sich - aus welchen Gründen auch immer - weitere Identitäten zulegen wollen oder müssen, lesen Sie hierzu einen Artikel Im heutigen Linux-Firmenbrief, ebenso wie Hinweise zur Datensicherung und der neuesten Red-Hat-Veröffentlichung. Aktuelle Gerüchte und bislang erfolglose Gegenmaßnahmen liefert der Witz zum Schluss.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian