Firmenbrief

18.04.2006

Migration zu Linux: Server based Computing


Migration zu Linux: Server based Computing

Im Zusammenhang mit der Umstellung von Unternehmen und Behörden hin zu Linux hört man immer wieder von "Server based Computing". Dieser Ausdruck bezeichnet eine Arbeitsweise, bei der die Anwendungsprogramme komplett auf einem zentralen Server laufen, während die Arbeitsplatzrechner als intelligente Ein- und Ausgabemedien gebraucht werden. Diese Arbeitsweise ist unter Unix bereits seit der Einführung der grafischen Oberflächen unter dem X-Protokoll möglich, weil hiermit die Ausgabe auf beliebige Zielsysteme im Netz umgeleitet werden konnte. Im Windows-Umfeld werden hier typischerweise Microsoft Windows Terminalserver
eingesetzt.

Hier besteht die Gefahr der begrifflichen Verwechslung mit zwei anderen Ansätzen:

Terminal-Betrieb: Dies war die Standard-Arbeitsweise vor 20 Jahren. Dabei liefen das Betriebssystem und ALLE Anwendungen auf einem Zentralrechner oder zentralen Cluster, der Benutzer saß vor einem Anzeigeterminal ohne jegliche Intelligenz. Diesen Ansatz findet man manchmal heute noch in Großrechner- oder Unix-Host-Umgebungen.

Fileserver-Betrieb: Bei dieser Arbeitsweise werden Anwendungen auf einem zentralen Server installiert. Mittels Fileservices (Windows-Laufwerke/Shares, NFS) werden von den Arbeitsplatzrechnern die ausführbaren Programme gelesen und lokal ausgeführt.

Mithilfe des Terminal-Server-Computing kann in praktisch allen Migrationsprojekten die IT-Infrastruktur (Netz, Verzeichnisdienste, File- und Druckservices, usw.) ohne große Probleme auf Linux und Open Source umstellen. Gleiches gilt für generische Anwendungen wie Mailer, Office-Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramm u. ä.). Die auf dieser IT-Infrastruktur basierenden branchenspezifischen Fachanwendungen sind im operativen Betrieb jeder Organisation unverzichtbar. Leider stehen viele dieser branchenspezifischen Anwendungen noch nicht nativ unter Linux zur Verfügung. Hier leistet Server based Computing wertvolle Hilfe: die windowsbasierten Fachanwendungen werden auf einen Windows Terminalserver (WTS) verlagert und stehen so an allen Arbeitsplätzen zur Verfügung.

Dieser Ansatz hat große Vorteile:
- der Aufwand wird erheblich reduziert, indem die Fachanwendungen auf dem zentralen Server installiert werden statt auf vielen Arbeitsplatzrechnern
- einfache zentrale Konfiguration bei Änderungen
- Verfügbarkeit/Ausfallsicherheit ist leichter sicherzustellen

Für die Arbeitsplatzrechner eröffnet dies neue Möglichkeiten: Dort können die Windows-Fachanwendungen nunmehr von Windows- oder Linux-Arbeitsplätzen genutzt werden. Alternativ können auch lautlose, wartungsfreie und (inzwischen) sehr kostengünstige Thin Clients eingesetzt werden, was den laufenden Betreuungsaufwand durch die Systemverwaltung weiter reduziert. Durch eine Zusatzsoftware erscheint
der Terminalserver  nicht als separates Fenster auf dem Desktop, sondern Anwendungen werden ganz normal durch Icons auf dem Desktop oder aus dem Startmenü gestartet. Für den Anwender ist damit der Unterschied zwischen lokalen und Terminalserver-Anwendungen nicht mehr ersichtlich. Diesen Ansatz bezeichnet man als "Seamless Windows".

Aus unserer Erfahrung ist die Umstellung auf den Terminalserver-Ansatz nicht notwendigerweise mit einem Projekt verbunden. Abgesehen vom Aufsetzen des Terminalservers können die Anwendungen schrittweise und im operativen Betrieb - zum Beispiel im Rahmen von Produktupgrades - auf den Terminalserver gebracht werden. Neben diesem "Standardansatz" für Server based Computing nutzt die Linux Information Systems AG noch einige Alternativen, die im Einzelfall Vorteile wie niedrigere Kosten, mehr Flexibilität oder noch einfachere Bedienung bieten können.

Weitere Informationen zu unseren Dienstleistungen finden Sie auch auf unserer Homepage unter http://www.linux-ag.com