Firmenbrief

19.04.2016

Firmenbrief 125/16


Liebe LeserInnen

mehr Schutz von Geschäftsgeheimnissen in der EU, weniger Schutz von Verbrauchern weltweit - diese Worte umschreiben nur ein wenig überspitzt die aktuellen Schlagzeilen.

Eine denkbare, vielleicht vernünftige Reaktion auf die Veröffentlichungen der Panama Papers, Luxleaks oder  Snowden-Veröffentlichungen wäre, dass die Gesetzgeber diejenigen besser vor Strafverfolgung schützen, die illegale oder zumindest unmoralische Praktiken von Firmen, Organisationen oder Staaten ans Licht bringen. Stattdessen hat die EU nun eine Richtlinie erlassen, die Geschäftsgeheimnisse besser schützt.  Zwar sieht die Regelung keine Strafen vor, aber fordert von den Mitgliedsländern „dafür zu sorgen, dass die Justiz gegen die rechtswidrige Nutzung von Geschäftsgeheimnissen vorgehen kann". Schon vor einem Jahr hatten Bürgerinitiativen, Journalisten und Gewerkschaften vor der Verabschiedung gewarnt; sie sehen die Informations- und Meinungsfreiheit in Gefahr.

In den USA streiten sich hingegen Software-Konzerne vermehrt mit der Justiz darum, welche Daten sie schützen dürfen. Nach dem sich Apple öffentlich weigerte, dem FBI beim Entschlüsseln des iPhones zu helfen, geht nun Microsoft juristisch gegen die US-Regierung vor: Das Unternehmen will seine Kunden darüber informieren, wenn es Daten an die Behörden übermitteln muss.

Dafür kommt die Überwachung der Verbraucher in Deutschland in Kürze einen weiteren Schritt voran, wenn diese mit internet-fähigen Stromzählern zwangsbeglückt werden, zahlen sollen das selbstverständlich auch die Verbraucher. Dieser Gesetzesentwurf wird aktuell diskutiert und soll bis Ende des Monats verabschiedet werden.

Zum Thema freigegebene Daten zeigen wir Ihnen im heutigen Linux-Firmenbrief unter anderem, wie Sie diese auf ihren Firmenrechnern einfacher verwalten. Außerdem erfahren Sie, wie Entwickler vom Red Hat Developer Network profitieren und sehen im Witz zum Schluß, warum Hitler wegen eines Open-Source-Programms einen Tobsuchtsanfall bekommt.

Ihre

Sophie Bulian