Firmenbrief

20.01.2016

Firmenbrief 122/16


Liebe Leser,

„Freunde finden" ist gar nicht wirklich „Freunde finden", sondern „unzulässige, weil belästigende" Werbung. Zu dem Urteil kommt der BGH in einem aktuellen Urteil zu einem so genannten Service von Facebook und verbietet diesen kurzerhand.

Bei der Klage ging es um die Funktion, bei der Facebook die E-Mail-Adressbücher von neu angemeldeten Nutzern praktischerweise gleich mit importierte und dies dem Neukunden mit der Argumentation schmackhaft machte, dass er so den Kontakt zu seinen Freunden weiterpflegen könne. In Marketingsprache nennt Facebook dies „Hilfe". Das Gericht kam jedoch zum Schluss, dass es eher den geschäftlichen Interessen des Unternehmens dienen dürfte. Damit ist es in Deutschland Facebook verboten, eine Werbemail an die so gewonnenen Adressen zu schicken. Ungeklärt ist jedoch weiterhin, was mit den Daten passiert, die von Facebook so abgegriffen werden; hierzu wird es ein weiteres Verfahren geben.

Bislang ist es zwar mühsam, aber möglich, Verbraucherschutz vor Gericht zu erstreiten. Wenn das Handelsabkommen TTIP zwischen EU und USA jedoch Realität wird, dürfte dies zweifellos erheblich schwieriger wenn nicht sogar unmöglich werden. Vorgesehen sind die gegenseitige Anerkennung von Standards, die bislang erheblich voneinander abweichen, wie die Streitigkeiten um den Datenschutz und das Unverständnis der US-Konzerne sehr deutlich zeigen. Die bislang strittigen Schiedsverfahren zum Investorenschutz werden wohl auch mit Änderungen kaum zugunsten von erhöhtem Verbraucherschutz beitragen, wie der Begriff schon sagt: Es geht um den Schutz der Investitionen, nicht der Bürger.

Im heutigen Linux-Firmenbrief zeigen wir Ihnen einen Weg, wie Sie mit CoreBiz Monitoring Herr Ihrer Unternehmensdaten bleiben, berichten über IT-Trends aus der Perspektive von Red Hat und erklären im Witz zum Schluß, wie Facebook-Strategien helfen, in der Realität Freunde zu finden.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian