Firmenbrief

19.08.2015

Firmenbrief 117/2015


Liebe Leser,

was die Geheimdienste nicht absaugen, liefern die Anwender freiwillig. Dies gilt nicht nur für all die Nutzer sozialer Netzwerke, die von Urlaubsreisen über Trennung vom Partner oder Jobwechsel ihr Privatleben öffentlich machen, dies gilt wohl mehr oder weniger freiwillig für zahlreiche Microsoft-Nutzer, die auf Version 10 aktualisieren.

Seit dem 29. Juli gibt es Windows 10 zum kostenlosen Download, und wer bei Gratis-Angeboten von Konzernen skeptisch das Kleingedruckte sucht, sollte in diesem Fall genau hinsehen: Die neue Version des Microsoft-Betriebssystems kommt mit allen Schikanen und der Lizenz zum Mitlesen. Der Verbraucherschützer Christain Gollnitzer bezeichnet die Software im Gespräch mit der FAZ schlicht als „private Abhöranlage".  Erfaßt werden nicht nur Adresse, Alter, Geschlecht und Telefonnummer, sondern auch Standort und digitale Kontakte mittels ID-Nummer.

Die Gleichgültigkeit der Anwender gegenüber der modernen Auffassung von Transparenz war schon mehrfach unser Thema; vielleicht würde sich diese jedoch ändern, wenn Medien häufiger thematisieren würden, wie diese so genannte „Individualisierung der Angebote" auch an den Geldbeutel der Nutzer geht. Wer die vielen vermeintlich kostenlosen Apps nutzt, bezahlt dies häufig mit „Sonderangeboten" - nämlich besonders teuren Angeboten, die aufgrund seines Profils erstellt werden. Wenn schon nicht der Gedanke an digitale Freiheit Nutzer zu einem geänderten Verhalten bewegen kann, dann vielleicht die Gier nach Schnäppchen, die ihnen auf diese Weise versagt werden.

Im heutigen Witz zum Schluss zeigen wir, wie jeder mal den Datensauger spielen kann. Die weiteren Themen im heutigen Firmenbrief zeigen, wie man sich mit Hilfe eines kleinen Open-Source-Tools vor sicherheitskritischen Anwendungen schützt und weisen auf Hilfe zur Selbsthilfe mit Online-Trainings hin.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian