Firmenbrief

17.06.2015

Firmenbrief 115/2015


Liebe Leser,

der Bundestag ist Opfer eines großangelegten IT-Angriffs geworden, die Auswirkungen sind bislang noch nicht absehbar, in jedem Fall jedoch erheblich. Nach Presseberichten könnte die Schadensbehebung rund ein Jahr dauern, die Kosten können da kaum realistisch beziffert werden.

Häme macht sich im Internet breit ob der Hinweise, dass die Schadsoftware durch unbedachte Klicks auf einen per E-Mail versandten Link eingeschleust wurde. Wie weit dies angebracht ist mag dahingestellt sein, ist doch der Bundestag letztlich ein Spiegel der Gesellschaft. Wenn von 631 Abgeordneten und 2600 Mitarbeitern im Bundestag 14 diese grundlegende Sicherheitsregel nicht befolgt haben - das ist anscheinend die Zahl der infizierten Rechner -, dürfte der Anteil unbedarfter oder gedankenloser IT-Anwender in den meisten Unternehmen ähnlich hoch sein und unter den glückselig auf ihren Smartphones herumtippenden Teenagern eher ein Vielfaches betragen.

Das ungute Gefühl bei den Betroffenen nicht zu wissen, um welche Daten es sich handelt, welche Informationen von Interesse für die Angreifer sind, die völlige Unklarheit, was überhaupt für wen und von wem genutzt wird, teilen die Parlamentarier nun mit dem Rest der Bevölkerung. Seit den Enthüllungen von Snowden fragen sich dies wahrscheinlich Millionen von Bürgern - ohne jedoch staatliche Verfolger aus den Reihen des BND, Verfassungsschutzes oder des BSI als einen der Aufklärer an ihrer Seite zu haben.

Logisch, dass dies auch Stoff für den Witz zum Schluss liefert. Die weiteren Themen im heutigen Firmenbrief sind jedoch vielfältig wie gewohnt - von CoreBiz über SUSE bis hin zu Red Hat und Debian ist ein breites Spektrum an Open-Source-Informationen für Sie dabei.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian