Firmenbrief

18.03.2015

Firmenbrief 112/2015


Liebe Leser,

Sie wollen Privatsphäre? Kein Problem, 29,90 Euro extra im Monat, dann verspricht Ihnen Ihr Provider, ihre Daten nur noch zu 80 Prozent auszuwerten und an Dritte weiterzugeben.

Klingt absurd? Ist es aber nicht. Der US-amerikanische Anbieter AT&T macht das genau so. Das Geschäftsmodell bringt auch deutsche Anbieteraugen zum Leuchten und sicher liegen schon Pläne in der Schublade, wie sich ähnliches mit dem deutschen Recht vereinbaren lässt. Die Router, die von den Betreibern großzügig kostenlos mit Vertragsabschluß gestellt werden, verführen bereits heute zu ungewöhnlichen „Service-Leistungen". Sie sind bei Kabel Deutschland und wollen Ihren Anschluß auch per WLAN nutzen? Kostet extra. Sie wollen nicht, dass dieser gleich als öffentlicher "Hotspot" eingerichtet wird? Das kostet Sie zwar nichts extra, aber dafür zahlen die Dritten einen Obolus an Kabel Deutschland für die Nutzung Ihres WLAN. Wenn Sie ihren privaten Anschluß als Kabel-Deutschland-Kunde nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen wollen, müssen Sie diesem Zweitnutzen explizit widersprechen.

Völlig kostenlos hingegen ist es, wenn Sie Ihre privaten Mails vor unbefugten Mitlesern schützen wollen: Mit der Open-Source-Software Gnu PG ist der Lesestoff wirklich privat. Ein SZ-Artikel beschreibt, wie ein einzelner idealistischer Programmierer mehr für unsere Sicherheit tut als alle Politiker, die das Etikett Datenschutz in ihren Reden oder Titeln schwingen. Dass diese häufig eher das Gegenteil im Sinn haben, zeigt der erneute Anlauf der Regierenden: SPD-Wirtschaftsminister Gabriel rührt wieder die Werbetrommel für die Vorratsdatenspeicherung, als Vorwand dienen die Terroranschläge in Frankreich.

Gut, dass der Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden nun auch auf der aktuell laufenden CeBIT in Hannover eine Bühne bekommt, wenn auch erneut nur per Videokonferenz. Zumindest Aufmerksamkeit bleibt dem Thema so sicher, auch wenn der Träger des alternativen Nobelpreises weiterhin im Exil in Russland ausharren muss.

Wie Sie sich und Ihr Unternehmen noch besser schützen, lesen Sie im Artikel über Neuerungen in der Groupware Zarafa. Oder kommen Sie doch einfach zu einem unserer Business Breakfasts, zum Beispiel nach Frankfurt. Im Witz zum Schluß zeigen wir nochmal Datenschutz im Wandel der Zeiten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian