Firmenbrief

22.06.2006

Verfügbarkeit von Rechnersystemen - Teil 2


Verfügbarkeit von Rechnersystemen - Teil 2

Wiederaufsetzen von System und Daten aus dem Backup

In engem Zusammenhang mit dem Thema "Verfügbarkeit" steht die "Datensicherung". Ein Thema, das insbesondere für die Geschäftsleitung aus verschiedenen Gründen eine Hauptrolle einnehmen muss. Wenn wichtige Unternehmensdaten verloren gehen, sind Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte dem Risiko einer persönlichen Haftung ausgesetzt. Neben diesem gesetzlich begründeten Haftungsrisiko ist die regelmäßige Datensicherung natürlich auch im Interesse eines fortlaufenden Geschäftsbetriebs elementar wichtig. Die Aufgabe der Datensicherung wird in der Regel dem IT-Administrator übertragen, und die meisten tun es auch: ein tägliches "Backup" der wichtigsten Unternehmensdaten auf ein transportables alternatives Medium.

Im klassischen Ansatz heisst das, die Daten auf Band zu sichern. Hierzu gibt es dann ein Set von Bändern, die nach einem definierten Zyklus zum Einsatz kommen, zum Beispiel 7x Tagessicherung, 4x Wochensicherung, 3x Monatssicherung usw. Auf diese Weise hat man die kurzfristigen Daten in einer sehr hohen Dichte, je weiter es zurück in die Vergangenheit geht, umso dünner wird die Datenlage.

Es gibt einige “hausgemachte” (und vermeidbare) Probleme bei diesem Ansatz. So werden beispielsweise die Bänder im Rechnerraum säuberlich aufgereiht, anstatt diese räumlich entfernt zu sichern. Auch leere Backup-Bänder sind nicht selten, weil häufig nicht geprüft wird, ob das Schreiben erfolgreich war und ein Restore möglich wäre. Abgesehen davon verursachen die extrem ansteigenden Datenmengen weitere system-immanente Probleme, die oft nur unzureichend gelöst werden:

  • Für einzelne Backups werden mehr Bänder benötigt, da die Bandkapazität für ein Full-Backup nicht mehr ausreicht. Die Folge ist, dass der Systemadministrator wertvolle Zeit mit Warten zwischen dem Wechseln der Bänder verbringt.

  • Alternativ kann auf inkrementelles Backup umgestellt werden.

  • Ein größeres Laufwerk wird angeschafft (meist das Mittel der Wahl), was leider auch mit dem Kauf eines kompletten teuren Bändersatzes mit entsprechend höherer Kapazität verbunden ist.

  • Komprimierung der Daten. Diese Lösung wird von vielen Systemadministratoren kategorisch abgelehnt, weil sich damit die Gefahr erhöht, dass die Daten später bei Leseproblemen des Laufwerks nicht mehr rekonstruierbar sind.

Alle genannten Ansätze sind unbefriedigend, weil sie manche Probleme nur für eine gewisse Zeit (Bandkapazität) und andere gar nicht lösen (Geschwindigkeit beim Schreiben und Restore). Die Herausforderungen werden noch größer, wenn Datenmengen im TB-Bereich zu sichern sind. Häufig reicht dann die Nacht nicht mehr, um alle Daten zu sichern.

Ein naheliegender Ansatz, für den wir auch eine Lösung im CoreBiz-Produktportfolio haben, ist ein Backup der Systeme auf Festplatte und von dort auf Band. Hier hat sich der Ausdruck Backup von “Disk to Disk to Tape” (oder kurz “D2D2T”) etabliert.

Die Vorteile eines Backupservers sind offensichtlich:

  • SATA-Festplatten kosten heute sehr wenig (0,30-0,40 €/GB), so dass man extrem preiswert große Datenspeicher aufbauen kann. Auf dieser Basis lassen sich Backupserver einrichten, die täglich und automatisch praktisch unbegrenzte Datenmengen schnell und zuverlässig sichern. Die verschiedenen RAID-Ansätze stellen sicher, dass auch ein Plattenausfall beim Backupserver unkritisch bleibt.

  • Das Speichern auf Band kann mit den vorhandenen Laufwerken und Bändern erledigt werden, da die Bandsicherung während das Tages erfolgt und somit ein Medienwechsel am Arbeitsplatz des Systemadministrators problemlos ist.

  • Der Backupserver ist anspruchslos und kann – solange per Netzwerk erreichbar – in jedem feuer- und wassergesicherten Raum aufgestellt werden, ein direkter Zugang ist nicht erforderlich.

  • Aufwand und Einspielzeiten sind natürlich erheblich geringer als bei einer Bandsicherung, die möglicherweise auch noch inkrementell erfolgen müsste.

  • Bei entsprechender Ausstattung und sicherer Platzierung des Backupservers kann auf die tägliche zugunsten einer wöchentlichen Bandsicherung verzichtet werden, so dass sich der Backupserver mittelfristig allein schon durch die geringere Zahl von kostenträchtigen und verschleissenden Bänder bezahlt macht.

  • Der CoreBiz-Backupserver hat darüberhinaus noch die Fähigkeit, “Full-Backups” mit dem Platzbedarf eines inkrementellen Backups abzulegen, aber ohne dessen Nachteile. Haben Sie beispielsweise 100 GB Nutzdaten und ein tägliches Datenwachstum von 1 GB, so können Sie schon mit einer Backupserver-Kapazität von 400 GB etwa neun Monate täglich volle Backups ablegen (und auch wieder einspielen).

Für unser Thema “Verfügbarkeit” sind das gute Nachrichten:

Im Gegensatz zu den klassischen Band-Backups ergibt sich hiermit die Möglichkeit, die Verfügbarkeit von Systemen zu erhöhen. Systeme (Betriebssystem inkl. Konfiguration) sowie Nutzdaten können im Rahmen dieser Backupstrategie sehr schnell wieder eingespielt werden.

Zur Einspielung einer Systempartition bietet sich das Erstellen eines regelmäßigen Image-Backups (nach jedem Update) auf den Backupserver an, der im Bedarfsfall schnell zur Verfügung steht. Einige unserer Kunden nutzen die Möglichkeit von Image-Backups auch, um Windows - Arbeitsplatzrechner bei Virenbefall einfach durch einen Image-Backup zu überschreiben, anstatt mühselig neu zu installieren.

Übrigens: da die rechnerseitigen Leistungsanforderungen an einen Backupserver nicht sehr hoch sind, lassen sich hierfür an vorhandene Geräte nutzen, die den Anforderungen für andere Funktionen nicht mehr genügen würden.

Fordern Sie Informationen zu CoreBiz Backup an (info@linux-ag.com oder 0 89 / 99 34 12-0) - wir beraten Sie gern.