Firmenbrief

19.02.2014

Firmenbrief 99/2014


Liebe Leser,

haben Sie schon von AIDA gehört? Nein, wir meinen nicht schwimmende Touristenhochburgen mit All-Inclusive und Wellnessprogramm, wir reden vom brandneuen „Ausschuss Internet und Digitale Agenda" oder eben kurz: AIDA. Das Parlament beschloss letzten Donnerstag ein 16köpfiges Gremium mit der Thematik zu betrauen.

Der Ausschuss wird allerdings nicht federführend sein, sondern soll das Parlament und den Datenautobahnminister Dobrindt nur beraten. Wie auch die Regierungsbänke,  bestimmt auch hier der Parteienproporz über die Besetzung: Sieben Abgeordnete der Union, fünf aus der SPD und je zwei Grüne und Linke sollen sich mit allen wichtigen Themen der IT-Welt befassen. Am heutigen Mittwoch ist die konstituierende Sitzung, und da dürfte es allerhand offene Fragen geben. Schon bei den Ministerien sind die Kompetenzen breit verteilt: Das Innenministerium soll sich um die Sicherheit kümmern, das Wirtschaftsministerium die Digitalwirtschaft fördern, das Verkehrsministerium den Breitbandausbau voranbringen, das Justiz- und Wissenschaftsministerium beanspruchen weitere Zuständigkeiten und da gäbe es auch noch das Ministerium für Verbraucherschutz, besser bekannt als Landwirtschaftsministerium. Aber das muss ja nun erstmal an der Spitze neu besetzt werden...

Vorsitzender von AIDA ist der CDU-Mann Jens Koeppen, und dieser gab gleich kund, dass man sich nicht so gern mit dem „Risikointernet" befassen wolle. Datenschutz und Massenüberwachung sollten doch bitte in der Zuständigkeit eines NSA-Untersuchungsausschusses bleiben, man wolle sich lieber mit den „Chancen" befassen. Ein vollmundiges Versprechen gibt es hierzu auch: Bis 2018 soll es 50 Mbit/s in jedem Dorf geben, so lässt sich Ausschussmitglied Jarzombek vernehmen. Wem das bekannt vorkommt: Im Februar 2009 versprach Angela Merkel den Breitband-Ausbau bis 2011 und bis 2014 hierdurch 400.000 neue Jobs. Wir sind gespannt, wieviel Tempo AIDA auf seiner Fahrt machen wird.

Unabhängig vom Breitbandausbau wachsen die Datenmengen rasant. Wie Sie dies in Ihrer Firmen-IT in den Griff bekommen, lesen Sie in zwei Artikeln im heutigen Linux-Firmenbrief. Auch der Witz zum Schluß befaßt sich mit den Segnungen der schnellen Kommunikation dank Datenleitungen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht 

Ihre

Sophie Bulian