Firmenbrief

22.01.2014

Firmenbrief 98/2014


Liebe Leser,

wenn Medienmacher auf Ideensuche sind, schauen sie gern nach welcher Minderheitengruppe oder welchem Tier der jeweilige Tag gerade gewidmet ist. Heute beispielsweise ist der Deutsch-Französische Tag, morgen ist der Welttag der Handballer, am 20. Januar war der Tag der Jogginghose. Wenn die Nachrichtenlage sonst eher schwach ist, hören Sie zu derartigen Anlässen Umfragen oder Themenbeiträge, die mehr oder weniger Erhellendes zu dem jeweiligen Thema beitragen. Am 18. Januar war der „Internet Freedom Day". Gab es hierzu Beiträge in Ihrer Tageszeitung oder auf Ihrem Lieblingssender? Nein?

Dabei hatten die Organisatoren einige richtig gute Anregungen, wie die - nicht eben kleine - Internetgemeinde auf das Anliegen „Freiheit im Internet" aufmerksam machen könnte: Die Nutzer sollten ihr Datenschutzrecht einfordern und so verhindern, dass weiterhin persönliche Mails  ohne Durchsuchungsbefehl mitgelesen werden. Das fragwürdige Urheberrecht im Internet ist ein weiteres Anliegen, auf das die Aktivisten hinweisen wenn sie dazu auffordern, das Video zur historischen Rede „I have a dream" von Martin Luther King zu teilen. Das Medienecho hierauf ist eher gering, und auch das Nutzerverhalten verändert sich kaum, trotz der Snowden-Enthüllungen. Die Süddeutsche Zeitung meldet zwar, dass sich die Suchmaschine DuckDuckGo seither über steigende Nutzerzahlen freut, relativiert die Zahlen jedoch gleich wieder: Google hat nach wie vor an einem Tag dreimal so viele Anfragen wie die kleine Suchmaschine, die keine Suchanfragen speichert. Am 28. Januar gibt es ja nochmal eine Chance, Zeichen zu setzen: Dann ist der Europäische Datenschutztag 2014.

Passend zum Thema Datensicherheit können unsere Leser dem Programm „AppArmor" mehr Aufmersamkeit schenken - vorgestellt im heutigen Linux-Firmenbrief. Der Witz zum Schluß zeigt, dass Mama Google nahezu alles richten kann.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian