Firmenbrief

20.11.2013

Firmenbrief 96/2013


Liebe Leser,

die Informationen, die der Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden den Medien zur Verfügung gestellt hat, werden scheibchenweise veröffentlicht. Damit sollte eigentlich sichergestellt sein, dass die Aufmerksamkeit für das Thema Überwachung nicht abflaut - dennoch bleibt die öffentliche Empörung weitgehend aus.

Das liegt vielleicht auch daran, dass den meisten die Bequemlichkeit der Kommunikation mittels Smartphone, (unverschlüsselten) E-Mails und auf sozialen Plattformen wie Facebook wichtiger ist als der Schutz sensibler Daten. Dabei geht es längst nicht „nur" um Katzenfotos oder persönliche Trainingserfolge, auch der Schutz von Geschäfts- und Firmendaten ist häufig nachrangig. Wie sehr manchen Mitmenschen jegliches Bewusstsein für Datenschutz schon im Alltag fehlt, zeigt eine Anekdote aus der Süddeutschen Zeitung. Unter der Überschrift „Mitten in Absurdistan"  berichtet ein Journalist, wie eine Geschäftsfrau in einem Zugabteil offenbar Interna über die Dopingkontrollen der Fifa bespricht. Dabei vergisst sie nicht zu betonen, dass die Presse nichts erfahren dürfe. Ähnliches haben wohl viele von uns schon erlebt: zum Beispiel den  Sitznachbarn im Zug, der auf seinem Laptop die Gehaltstabellen von Mitarbeitern bearbeitet. Der Name des Unternehmens ist klar zu lesen, durch Mitleser lässt er sich nicht stören.

Auch unsere Bundesregierung ist auffallend zurückhaltend mit Aussagen zur Datenspionage oder Aktivitäten für besseren Datenschutz für ihre Bürger. Statt sich auf nationaler oder gar europäischer Ebene für den Schutz der Privatsphäre einzusetzen, bremst Deutschland eine Reform für europaweiten Datenschutz aus. Dass Privatleute hier keine Lobby haben, ist wenig überraschend. Die Art der Enthüllungen deutet jedoch auch stark darauf hin, dass auch die Interessen der deutschen Wirtschaft betroffen sind und diese Gruppe ist für die Politik meist doch bedeutsamer. Rufe nach eigenen Netzen werden lauter, die Telekom präsentiert sich als Vorreiter.

Unternehmen sehen sich in der Zwickmühle: Sie wollen und müssen in großem Umfang Informationstechnologie nutzen, haben jedoch zunehmend Bedenken, ihre Daten der Cloud anzuvertrauen. Eine Lösung für dieses Dilemma präsentieren wir mit unserem Artikel zur CoreBiz Cloud im heutigen Linux-Firmenbrief, und auch im Witz zum Schluß liefern wir einen Beitrag zur Datensicherheit.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian