Firmenbrief

16.10.2013

Firmenbrief 95/2013


Liebe Leser,

Google will Fotos von Anwendern ab November direkt bei der Suche nach Restaurants, Büchern oder Firmen anzeigen. Wenn wir also künftig nach einem Restaurant googeln, könnte direkt neben den Adressen die Fotos von Nachbarn erscheinen, der dort schon gegessen haben. Toll, oder? Dann können wir sie gleich nach ihrer Meinung fragen.

Google nutzt damit nur eine alte Marketing-Weisheit, derzufolge Mundpropaganda immer noch die beste Werbung ist. Datenschutzrechtlich ist das natürlich höchst bedenklich, aber der Suchmaschinenbetreiber wiegelt ab und meint, „dass die Veränderungen (...) ein positiver Schritt nach vor sind, um wichtige Privatsphäre- und Sicherheitsbestimmungen klarzustellen." Aha. Es wird also nur „klargestellt", was Google offenbar als selbstverständlich sieht. In den USA können die Nutzer widersprechen, in Deutschland sollen die Anwender per so genanntem Opt-In ausdrücklich zustimmen.  

Andere Internetfirmen nutzen dieses Prinzip längst - Facebook beispielsweise informiert, wenn „Freunde" irgendeine Seite toll finden. Diese Informationen geben die Anwender per „Like" völlig freiwillig preis. Die Motivation der vermeintlichen Fans könnte sein, dass sie tatsächlich Status- und Markenbewußtsein demonstrieren wollen, per Gewinnspielversprechen dazu animiert werden oder beispielsweise als Angestellte mit der Firma verbunden sind. Wie weit derartige Empfehlungen noch ernst genommen werden, steht auf einem Blatt. Zahlreichen Anwendern jedenfalls scheint es wichtiger zu sein, ihr Konsumverhalten anderen mitzuteilen als ihre Daten zu schützen. Für Soziologen könnte aufschlußreich sein, wie viele Menschen dem Suchmaschinenbetreiber per Opt-in aktiv die Erlaubnis geben, ihr Internetverhalten für die Werbung zu nutzen.

Völlig unverhohlen machen auch wir mit dem Linux-Firmenbrief heute Werbung und stellen Ihnen im Witz zum Schluß eine revolutionäre Neuentwicklung auf dem Mobilgerätemarkt vor. Ansonsten erfahren Sie, wie trotz erhöhter Datenmengen ihre IT mit Pacemaker hochverfügbar bleibt und wie sie mit Red Hat Satellite die Datenmassen im Griff behalten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian