Firmenbrief

18.09.2013

Firmenbrief 94/2013


Liebe Leser,

es ist fast komisch: Als herausragendes neues Gimmick stellt Apple mit seinem neuesten iPhone 5 den Fingerabdruckscanner vor. Angesichts des Prism-Skandals scheint dies Apple selbst fast peinlich zu sein, denn ziemlich bemüht versicherte der zuständige Manager in der Pressekonferenz, dass die Daten nicht in die iCloud übertragen würden.

In einer NSA-Präsentation, die den Weg in die Medien gefunden hat, machen sich die US-Schlapphüte schon vor einiger Zeit über die iPhone-Nutzer lustig und freuen sich, wie leicht ihnen die Arbeit gemacht wird. Der Text in drei aufeinanderfolgenden Folien „wer dachte im Jahr 1984... dass dies der Big Brother sein würde (dazu ein Foto von Steve Jobs mit iPhone) ...und die Zombies zahlende Kunden?". Die Apple-Fans, die sich über diese Neuerung freuen, sind vielleicht auch naiv genug zu glauben, dass der eigene, einzigartige Fingerabdruck vor Ausspähung sicher ist. Dabei hatte der Chaos Computer Club schon anläßlich der Einführung der neuen Reisepässe im Jahr 2008 eindrucksvoll bewiesen, wie leicht es ist, an Fingerabdrücke zu kommen - egal, von wem - und diese nachzumachen. Man erinnere sich an die zahlreichen Tassen oder T-Shirts, die daraufhin der Fingerabdruck des Finanzministers Schäuble zierte.

Mehr dazu, wie Sie mit Monitoring Ihre IT selbst überwachen, (un-)sichere Datenübertragung und sicheres Speichern Ihrer Daten erfahren Sie im heutigen Linux-Firmenbrief. Einen Appell zur Zusammenarbeit mit den Behörden gibt's im Witz zum Schluß.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian