Firmenbrief

20.03.2013

Firmenbrief 88/2013


Liebe Leser,

ein „Lex Google" hat den Bundestag passiert; diese Bezeichnung für das Gesetz zum Leistungsschutzrecht verdeutlicht vor allem die Bedeutung eines einzelnen Anbieters für das Internet. Klarheiten werden mit dieser Entscheidung zum Urheberrecht im IT-Zeitalter nicht geschaffen, stattdessen gibt es  heftige Diskussionen und viele prophezeihen heute schon juristische Auseinandersetzungen.

Wieder einmal stehen die berechtigten Interessen kreativer Köpfe an ihren Schöpfungen - in diesem Fall Verlage und Autoren - dem praktischen Einsatz im Alltag gegenüber. Mit dem Leistungsschutzrecht sollen künftig Textzitate kostenpflichtig werden, die von anderen gewerblichen Webanbietern genutzt werden. Kurze Ausschnitte oder so genannte Snippets sollen jedoch nicht betroffen sein. Dumm nur, dass nicht definiert wird, was darunter zu verstehen ist. Der Schutz kompletter Texte hingegen ist im Urheberrecht geregelt. Interessenvertretungen wie die VG Wort kassieren seit vielen Jahren beim Kauf von Kopierern, Computern, Druckern mit und verteilen dafür Geld an Autoren.

Welch absurde Ausmaße dieses Eintreiben von Urheberrechtsgebühren annehmen kann, zeigt im Musikgeschäft immer wieder die GEMA. Gezahlt wird für jedes öffentliche Nutzen von Musik, ob dies das Dorffest oder die Feuerwehrkapelle, das Absingen von Liedern im Kindergarten oder die Firmenparty abends am Messestand ist. Der jüngste Coup: Ab April sollen DJs für jeden einzelnen Song, den sie vom Rechner oder USB-Stick spielen, zahlen: Je 13 Cent, und gemeldet werden sollen die Titel einzeln.


Bevor das Leistungsschutzrecht in seiner aktuellen Form gültig wird, steht im Moment noch der Bundesrat. Öffentliche Diskussionen können in diesem Fall vielleicht noch hilfreich sein. Welche widerstreitenden Gefühle Informatiker sonst noch so umtreiben, erfahren Sie im heutigen Witz zum Schluß. Der heutige Linux-Firmenbrief berichtet wie stets über Software mit eindeutigeren Lizenzregelungen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian