Firmenbrief

17.10.2012

Firmenbrief 83/2012


Liebe Leser,

Smartphones sind überall, die Begeisterung der Konsumenten über neue technische Gimmicks ist von nahezu religiöser Inbrunst. Kein Wunder, dass sich auch Regierung und Politik diesem Trend nicht versagen wollen. Der eine vertwittert seine Babypause, der nächste verliert seinen Posten dank unklugen Umgangs mit Facebook, ein weiterer läßt zwar andere die Technik betreuen, lädt aber zur großen Facebook-Party in einer In-Disco.

Auch von Ministerien kommen kleine Helferlein für die Nutzer, so auch vom Finanzministerium: Nachdem ja auch schon Minister gewisse Unsicherheiten bezüglich der Zollformalitäten beispielsweise bei Teppichen erkennen ließen, hilft die Behörde mit einer App. Das Programm namens „Zoll und Reise" gibt Auskunft, welche Waren wann zu verzollen sind. Eine weitere App gibt Auskunft, wieviel Kfz-Steuer fällig ist und eine weiteres Programm hält über Neuigkeiten aus dem Ministerium auf dem Laufenden. So weit, so löblich. Auf Nachfrage des News-Dienstes der Europäischen Kommission Joinup versichert das Amt auch, die Programme kostenlos zu verteilen. Es sei jedoch nicht geplant, die Entwicklungen als Open Source der Allgemeinheit zur Verfügung stellen zu wollen.

Die Begründung: „Der Fokus der App liegt nur auf Deutschland", so ein Ministeriumssprecher gegenüber dem Redakteur Giijs Hillenius. Mit dieser seltsamen Aussage offenbart der Mitarbeiter bemerkenswerte Unwissenheit über die Materie. Wir empfehlen an dieser Stelle die Lektüre eines anderen Artikels auf der EU-Nachrichtenplattform. Unter der Überschrift „Open-Source-Beitrag zur europäischen Wirtschaft: 450 Milliarden im Jahr" heißt es: „Neben direkten Kosteneinsparungen verschafft Open Source weitere Vorteile durch bessere Projektverläufe und geringere Kosten für die Code Maintenance. Diese Ersparnisse führen zu einer gesteigerten Produktivität und Effizienz, die mindestens 342 Milliarden Euro im Jahr ausmachen", zitiert der Autor ein Studie. Da hat das Finanzministerium wohl noch Potential...

Unseren Lesern berichten wir auch heute gern wieder über die Beiträge zu gesteigerter Produktivität und Effizienz mit Open Source Produkten, so zum Beispiel die neue Version von CoreBiz Monitoring und SSD-Einsatz unter Linux. Der Witz zum Schluß hat nur am Rande mit Politik und Wahlkampf zu tun.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian