Firmenbrief

18.07.2012

Red Hats Cloud Strategie


Red Hat bietet mit CloudForms eine Lösung zum Aufbau und Verwalten von privaten und hybriden Clouds. Basis dieser Infrastruktur-Lösung ist Deltacloud. Deltacloud abstrahiert die zugrundeliegende Umgebung und stellt die Kompatibilität zwischen mehreren unterschiedlichen Cloudumgebungen sicher. Damit ermöglicht es Red Hat  Anwendungen zwischen
verschiedenen Cloud-Anbietern, Virtualisierungstechniken oder physikalischen Systemen zu verteilen, zu verschieben und zu verwalten (z.B. Amazon EC2, vSphere, RHEV). Red Hat CloudForms umfasst neben der DeltaCloud API eine Template Definition (Content, Policy, Configuration), eine Image Library, die Cloud Engine, ein Self-Service Portal. und ein umfangreiches Lebenszyklus-Management für Anwendungen. Jede Cloud bringt derzeit unterschiedlichste APIs (Application Programming Interface) mit. Nutzer riskieren somit, dass sie sich auf das Angebot eines Anbieters festlegen. Das Open-Source-Projekt Apache Deltacloud soll dieses Problem lösen.

Deltacloud ist inzwischen zu einem vollwertigen Apache-Projekt herangereift. Das hat die Apache Software Foundation bekanntgegeben, in deren Inkubator das Projekt seit 2010 gedeit. Deltacloud definiert eine einheitliche REST-Schnittstelle (Representational State Transfer) für Webservices, über die sich Ressourcen von unterschiedlichsten Cloud-Anbieter steuern lassen. Implementierungen der API existieren zur Zeit unter anderem für Amazon, Eucalyptus, Go Grid, IBM, Microsoft, Open Stack und Rackspace.

Neben Deltacloud ist unter dem Dach der Apache Software Foundation auch das Projekt Libcloud beheimatet, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt.

Bei Libcloud handelt sich um eine Python-Bibliothek, die einen herstellerunabhängigen Zugang zu den APIs unterschiedlicher Cloud-Anbieter gewährleistet. Das Ziel von Libcloud ist, mit einer einfachen Programmierschnittstelle die Anwendungen nur einmal programmieren zu müssen und sie überall verteilen zu können. Die gegenwärtige Version verfügt über
mehr als 20 Backend-Treiber für Cloud-Plattformen wie Amazons EC2, Eucalyptus, Rackspace, GoGrid und IBMs Cloud. Darüber hinaus kann die JBoss
Enterprise Middleware integriert werden, um damit die Bereitstellung von Anwendungen und Services zu optimieren. So lässt sich etwa die Self-Service-Bereitstellung über ein eigenes Benutzerportal einrichten. In Kombination mit dem JBoss Operations Framework verspricht Red Hat zudem eine einfache Migration der JBoss-Middleware und -Anwendungen in eine Cloud-Umgebung.

Red Hats Cloud Computing Strategie hat sich in den vergangen Jahren permanentweiterentwickelt. Auf die klassischen Virtualisierung auf mit KVM folgten mit Red Hat MRG Messaging-, Realtime- und Grid-Technologien für Unternehmen. Nachdem mit CloudForms der erste vollständige IaaS-Stack für Private Cloud Umgebungen erschien, hatte Red Hat alle notwendigen Komponenten, um ein Platform-as-a-Service (PaaS)-Angebot zu veröffentlichen.  Auf Basis der eigenen JBoss-Infrastruktur unterstützt OpenShift die Java EE Plattform. OpenShift wird als Public Cloud Service in zwei Varianten angeboten: Express und Flex. OpenShift Express ist ein kostenloses Angebot, dass sich an Entwickler richtet und keine graphische Oberfläche mitbringt. Neben Sprachen wie Java und Perl werden auch PHP, Python und Ruby unterstützt. OpenShift Flex wird auf der Infrastruktur der Amazon Web Services (Amazon EC2) betrieben. Neben dem JBoss Application Server werden auch der Apache Web Server, Apache Tomcat, MySQL, PHP, Zend Framework, Java, Memcached, Membase, Infinispan, MRG Messaging und MongoDB unterstützt.

Erst kürzlich hat Red Hat mit OpenShift Origin sein OpenShift- PaaS Angebot unter die Apache v2 License gestellt. Darin sind alle Komponenten von OpenShift enthalten. Der Quellcode des Projekts steht auf GitHub zum Download bereit und ermöglicht so den Aufbau einer eigenen privaten PaaS-Umgebung auf Basis von Red Hat OpenShift im eigenen Rechenzentrum.