Firmenbrief

20.06.2012

Firmenbrief 79/2012


Liebe Leser,

die Bitkom organisiert zum ersten Mal ein Open Source-Forum - das ist wahrhaft eine Nachricht. Die Bitkom, ist das nicht die Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, seit 1999 die informationsverarbeitende Wirtschaft in Deutschland zu vertreten?

Regelmäßig erheben die Bitkom-Vertreter ihre Stimmen in den Medien, übernehmen führende Rollen bei IT-Messen und -Veranstaltungen. Das Thema Freie Software jedoch wurde dabei bestenfalls ignoriert, schien für die mächtigen Interessenvertreter vermutlich nicht profitabel genug, wurde zeitenweise wohl eher als bedrohlich empfunden. So ist es doch bemerkenswert, dass der Verband zum ersten Mal (!) ein Open Source Forum organisiert, kurz nach dem 20. Geburtstag von Linux und 29 Jahre nachdem Richard Stallman mit GPL und Copyleft Regeln für freie Software zu Papier - oder besser: in Bits und Bytes - brachte.

2012 hat der freie Webserver Apache seinen Marktanteil auf knapp 65 Prozent ausgebaut, das linuxbasierende Android hat auf Smartphones in den USA seit September 2011 die Marktführerschaft, die freien Browser Chrome und Firefox haben proprietäre Alternativen längst auf hintere Plätze verwiesen und auf den Superrechnern haben Open-Source-Betriebssysteme ein Quasimonopol. Manchmal muss man statt mit dem Zaunpfahl mit einem Laternenmast winken, damit ein Verband die Signale sieht.


Das Bitkom-Mitglied Microsoft hat die Zeichen der Zeit längst erkannt und wurde vom mißtrauisch beäugten Mitaussteller auf Open-Source-Veranstaltungen in diesem Jahr sogar zu einem der Hauptakteure mit Keynote auf dem Linuxtag. Der Microsoft-Presseblog hierzu beginnt vielsagend „wer hätte das gedacht...".

Im heutigen Linux-Firmenbrief lesen Sie mehr über Microsofts Open-Source-Aktivitäten. Außerdem dabei: Ein Artikel, wie die CoreBiz Management Console Admins jetzt auch plattformübergreifend das Leben leichter macht. Zur Selbstkritik fähig beleuchten wir im Witz des Tages die Linux-Marktanteile nochmal aus einem anderen Blickwinkel.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian