Firmenbrief

15.02.2012

Firmenbrief 75/2012


Liebe Leser,

Acta ist endlich ad acta, wie's scheint. Olle Kamellen gibt's in dieser fünften Jahreszeit mehr als genug, doch was für IT-Interessierte schon lang der Aufreger war, hatten die Regierenden wieder mal nicht auf dem Plan.

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam: Bereits im Linux-Firmenbrief 52 war das geplante ACTA-Abkommen Thema. Nun ist die Frage, ob die jahrelangen Proteste von den Politikern tatsächlich nicht wahrgenommen wurden, ob sie diese einfach unterschätzt hatten oder einfach keine Wahltermine verstärkte Profilierung notwendig machten. Nach den bundesweiten Demonstrationen am letzten Wochenende und der hohen Aufmerksamkeit, die auch der neue Wettbewerber Piratenpartei auf der Politikbühne erhält, rudern die Verantwortlichen fünf vor zwölf zurück. Das Abkommen gegen Produktpiraterie soll vorerst nicht unterzeichnet werden.

„Aus der Unionsfraktion heißt es, Acta habe „kein Einziger auf dem Schirm gehabt"", wie FAZ.net berichtet. Oops. Auch in der FDP hat der Meinungswandel kurz vor Unterzeichnung rasant stattgefunden - innerhalb weniger Tage wurde die Reißleine für ein Projekt gezogen, dass zuvor sieben Jahre lang Geld, Zeit und Aktenberge verschlungen hat. Die wenig durchdachten Patentgesetze und Bemühungen um Urheberrechte sorgen sicher weiter für Schlagzeilen: Dieser Tage beginnt in den USA ein Prozess um das Urheberrecht am interaktiven Web - und es scheint, die Aussichten auf Erfolg für den Kläger stehen nicht schlecht.

Im Übrigen lesen Sie heute eine kleine Jubiläumsausgabe: In knapp sechs Jahren durften wir den Linux-Firmenbrief 75mal für Sie schreiben - vielen Dank für Ihre Treue! Heute geht es um CoreBiz und Red Hat, Backup, spannende Tools und Murphys Gesetze.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian