Firmenbrief

19.07.2011

Firmenbrief 68/2011


Liebe Leser,

das Netz macht vieles öffentlich, auch und gerade politische Abläufe und Entscheidungen. Die Bürger nutzen die neue Selbstbestimmung auf vielfältige Weise. So gibt es beispielsweise den Parlamentwatch e.V., die seit 2004 Politikern auf die Finger schauen, direkte Kommunikation mit den Abgeordneten erleichtern wollen und diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Das Engagement dieser Organisation mit seiner Plattform abgeordnetenwatch.de wurde bereits früh mit dem renommierten Grimmepreis gewürdigt, dennoch gefällt nicht allen Politikern die neue Transparenz. Vor kurzem begannen die Aktivisten die Arbeit auf kommunaler Ebene, und schon gibt es Politiker, die mit Anwälten drohen. Der Trägerverein sieht dies relativ gelassen, denn die hier verwendeten Informationen sind ohnehin allgemein zugänglich.

Manch anderen Politikern ist vielleicht nicht wirklich bewusst, wie weit die Öffentlichkeit dank Internet und neuer Medien Einblick in ihre Arbeit erhält. Ein spannender Artikel auf FAZ.net macht die Arbeit in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Kommunikation" öffentlich und liefert ein spannendes Lehrstück, wie politisches Geschachere über Sachverstand siegt. Die Autorin zieht unter dem Titel „Im siebten Kreis der Demokratie" ein bitteres Fazit zur Entscheidungsfindung am Beispiel der Diskussion um das Thema Netzneutralität. Bleibt die Hoffnung, dass die Bürger nicht müde werden, den Amtsträgern auf die Finger zu schauen und die Arbeit beim nächsten Gang zur Wahlurne entsprechend quittieren.

Über Netzaktivisten der zweifelhaften Art berichtet auch ein Artikel im heutigen Linux-Firmenbrief,  und für die mündigen Administratoren und User haben wir wieder einige Tipps parat.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian