Firmenbrief

17.05.2011

Firmenbrief 66/2011


 

 

Liebe Leser,

der erste grüne Ministerpräsident Deutschlands ist im Amt, der kleine Regierungspartner ist die SPD. Für Open-Source-Freunde bietet der Koalitionsvertrag der neuen Regierung in Baden-Württemberg Anlass zur Hoffnung.

Eigentlich sollte selbstverständlich sein, dass die IT in einer heutigen Regierungsplanung berücksichtigt wird, und so ist es in diesem Fall: "IT-Strategie entwickeln" ist eines der erklärten Ziele. Unter diesem Absatz findet sich auch der Satz: "Zur Entwicklung einer IT-Strategie gehört auch die Möglichkeit eines verstärkten Einsatzes quelloffener Software (Open-Source-Software)" (siehe www.netzpolitik.org). Auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber die Lobbyarbeit proprietärer Anbieter verhindert häufig, dass freie Software überhaupt in Erwägung gezogen wird.

Ein aktuelles Negativ-Beispiel ist das Auswärtige Amt, das nach erfolgreicher Einführung von Open Source eine Rückwärtsrolle macht. Immerhin: Es geht nicht so unauffällig ab, wie sich das Auswärtige Amt vermutlich gewünscht hat, die Medien berichten, es kommt zu einer „kleinen Anfrage" der Grünen. Die Antwort der Bundesregierung umfaßt zwar 20 Seiten, bleibt aber nach Expertenmeinung unbefriedigend. Ein Heise-Autor kommt zu dem Schluß, dass hier ein paar Linux-Begeisterte das System „kaputt gefrickelt" und damit die Anwender verärgert haben, statt auf professionelle Lösungen zu setzen.

Falls die Analyse stimmt, haben sie Freier Software damit keinen Gefallen getan - Alternativen mit professioneller Unterstützung gibt es reichlich. Über solche erfahren Sie natürlich wieder mehr im heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian