Firmenbrief

14.03.2011

Von Open- zu LibreOffice?



Als im April letzten Jahres Oracle Sun übernahm, ging auch OpenOffice in das Eigentum Oracles über. Seitdem ist die Zukunft des Büropakets ungewiss und es wurden vermehrt Berichte über Dissonanzen zwischen der Community und Oracle bekannt. Generell scheint Oracles Interesse an OpenOffice eher gering zu sein, was sich beispielsweise auf der Oracle OpenWorld zeigte, wo Veranstaltungen zu OpenOffice weit abseits vom Hauptevent stattfanden. Aus diesen Gründen wurde im September 2010 mit LibreOffice ein Fork von OpenOffice eröffnet, der von der ebenfalls im September gegründeten, unabhängigen "The Document Foundation" getragen wird.

Dieser Foundation haben sich viele ehemalige OpenOffice-Verantwortliche angeschlossen, die LibreOffice künftig ohne Abhängigkeiten von Firmen weiterentwickeln wollen. Doch wohin geht die Reise? Welches der beiden Systeme ist das bessere? Auch wenn bei vielen Anwendern die Entwicklung noch nicht angekommen ist, sieht es so aus, als ob LibreOffice die Nase vorn haben könnte. Etliche prominente Firmen, wie zum Beispiel Canonical - das Unternehmen hinter der Linux-Distribution Ubuntu -, Google, Red Hat und Novell, haben dem unabhängigen Fork bereits die Gefolgschaft versichert und stellen für das Projekt Entwickler ab.

Auch die erste Spendensammlung war ein voller Erfolg und bezeugt das rege Interesse von Privatpersonen wie Regierungen an einer wirklich freien Bürosoftware. Ebenso steht die Umstellung auf LibreOffice für Ubuntu, openSUSE/SUSE LED und Fedora/RHEL bereits an. Gleichzeitig stellt sich die OpenOffice-Community zu großen Teilen auf Libre um. Alte OO-Abspaltungen, wie z.B. Go-oo, gehen auf LibreOffice zu und verschmelzen mit diesem, natürlich nicht ohne ihre Features und Verbesserungen mit einzubringen.

Aber nicht nur dadurch hebt sich LibreOffice bereits vom Konkurrenten ab. Die aktuelle Version 3.3 von LibreOffice wurde erst kürzlich vom 10. Releasekandidaten Version 3.3 von OpenOffice geforkt und beinhaltet daher alle dessen Funktionalitäten, bringt darüber hinaus aber noch eigene mit. Libre ist also keine bloße Kopie, sondern eine eigenständige Software. Geradezu nebenbei wird bei Libre ein flottes Tempo vorgelegt, denn trotz der Anfangsturbulenzen und zusätzlicher Veränderungen  wurde Oracle beim Veröffentlichen der Software um einen Tag geschlagen. Im Detail bringt Libre Office 3.3 exklusive Funktionen wie erweiterte Import-Filter für MS Works- und Lotus-WordPro-Dokumente mit, eine verbesserte Navigation im Writer und komfortablere Optionen zur Bearbeitung von Zelleninhalten in Calc.

Für die Zukunft plant Libre Office, insbesonders Calc zu überarbeiten. Hier ist besonders die geplante Unterstützung von VBA-Makros interessant, was Migrationen von MS-Office deutlich vereinfachen sollte. Ganz generell soll die Kompatibilität zu MS-Office verbessert und die Abhängigkeit von Java reduziert werden.

Auch die LIS AG evaluiert derzeit den Einsatz von LibreOffice für den CoreBiz Client - natürlich halten wir Sie im Firmenbrief darüber auf dem Laufenden.