Firmenbrief

14.03.2011

Firmenbrief 64/2011


Liebe Leser,

der Smartphone-Hersteller Nokia kassiert eine Milliarde von Microsoft und will seine Mobiltelefone mit Windows ausstatten statt mit dem Linux-basierten Android, auch das Engagement im Meego-Projekt wird reduziert. Die Linux Foundation, die federführend hinter Meego steht, ist „not amused".

Für Microsoft ist das natürlich eine schöne Sache, ihr bislang nicht sonderlich erfolgreiches Mobilbetriebssystem auf den Handys unterzubringen. Nokia kann wieder ein paar Entwickler entlassen, aber damit ist der Hersteller bekanntermaßen nicht zimperlich, wie 2800 Nokia-Mitarbeiter aus Bochum und Kamp-Lintfort schon 2008 gelernt haben. Noch im Oktober 2010 versicherte Nokia-CTO Rich Green, dass alle Nokia-Smartphones auf der freien Entwicklerplattform laufen sollten. Auch nach dem Strategiewechsel hin zu Microsoft behauptete Nokia noch Mitte Februar „die Zukunft von Qt ist sicher".

Getreu dem Motto „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern", gibt Nokia kaum drei Wochen später den Verkauf vom Qt-Lizenzgeschäft an Digia bekannt. Wen wundert's, wenn freie Projekte den Beteuerungen der Konzerne nur wenig Glauben schenken? Gut, wenn Quelloffenheit den Entwicklern ermöglicht, sich in einem Fork selbständig zu machen, Spenden zu sammeln und die freie Software erfolgreich weiterzuführen.

Eine andere Geschichte mit ähnlichem Hintergrund lesen Sie zu OpenOffice, Oracle und LibreOffice im heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian