Firmenbrief

22.09.2010

Firmenbrief 58/2010


Liebe Leser,

auf der vor ein paar Tagen zu Ende gegangenen IFA spielte ein Betriebssystem eine Hauptrolle, dem bislang auf dem Desktop wenig Chancen eingeräumt wurden: Linux in der Form von Googles Android.

Einen gewaltigen Sprung bei den Marktanteilen macht das freie Betriebssystem dank wachsender Begeisterung für Smartphones, Tablets oder Netbook - Beobachter berichten, dass nahezu jeder Anbieter mindestens ein Gerät mit Android im Programm hat. Die gute Nachricht hat natürlich auch eine Schattenseite: Je mehr Verbreitung eine Software auf dem Markt findet, desto attraktiver wird Sie für Virenschreiber und Angreifer anderer Art. Linux-Betriebssysteme waren bislang von Viren unter anderem auch deshalb weitgehend verschont, weil für böswillige Hacker - bzw. Cracker - der Programmieraufwand zu der potentiell möglichen Schadenswirkung einfach in keinem Verhältnis stand: Dazu gibt es einfach zu viele Distributionen und die geringe Verbreitung auf Desktops tat ein Übriges. Dass sich dies ändern wird ist zu erwarten, wenn nun Android auf Mobilgeräten weiter an Boden gewinnt.

Kein Wunder also, dass die ersten Gefahrenmeldungen nicht lange auf sich warten lassen: Mit dem Vodafone HTC wurden Android-Geräte bereits mit Bot vorinstalliert geliefert, von Adobe gibt es eine Security-Warnung speziell für Android und Fachzeitschriften befassen sich mit den potentiellen Gefahren. Dennoch sind die Bedrohungsszenarien bei Linux-Systemen bislang sehr überschaubar.

Wesentlich gefährlichere Schädlinge gibt es für Windows-Software, und wahrhaft beängstigend ist die Vorstellung, dass ganze Produktionsprozesse durch Schadsoftware manipuliert werden oder gar zum Erliegen kommen. Ein Wurm namens Stuxnet hat es auf die WinCC-Steuerungssoftware von Industrieanlagen abgesehen, auch deutsche Industrieanlagen sind betroffen. Vor solchen Horrorszenarien für Unternehmer sind die Nutzer freier Software noch weitgehend sicher, und ein rechtzeitiger Umstieg auf Linux kann auch Schäden verhindern. So geschehen beim australischen Stromerzeuger Integral Energy, dessen Kontrollraum infiziert war. Nach schnellem Austausch der Windows-Rechner gegen Linux-Systeme konnte die Gefahr noch gebannt werden.

Wie Sie mit freier Software obendrein Geld sparen und wo das Geld für Ihr Linux-Projekt herkommen kann, erfahren Sie im heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian