Firmenbrief

20.07.2010

Firmenbrief 56/2010


Liebe Leser,

die Finanzdaten aus dem SWIFT-System von EU-Bürgern werden nach einem aktuellen Abkommen weiterhin an die USA übermittelt. Als Begründung dafür muss wieder die Sicherheit herhalten - der Terrorismus soll so effektiver bekämpft werden.

Die umstrittene Vereinbarung sorgte zunächst für Widerstand bei einigen Abgeordneten, aber schließlich meinten die EU-Parlamentarier, dass sie in Verhandlungen einige „deutliche Verbesserungen" durchgesetzt hätten. Diese Verbesserung sollte insbesondere das Recht auf Privatheit und Datenschutz betreffen. Nun hat der Heise-Verlag die Probe aufs Exempel gemacht und ausprobiert, was passiert, wenn man die versprochene Auskunft über gespeicherte Daten in den USA anfordert. Das traurige Ergebnis dürfte kaum überraschen: Die tatsächlichen Auskunftsmöglichkeiten gehen gegen Null, vom Löschen und Korrigieren gar nicht zu reden. So lange die Ansichten über Datenschutz weltweit so sehr auseinander klaffen, bleibt dem Einzelnen nur die Möglichkeit, mit seinen Daten bewusst umzugehen und seine politischen Mitbestimmungsmöglichkeiten zu nutzen.

Die für 2011 angekündigte Volkszählung erscheint harmlos im Vergleich zu den Daten, die Menschen in sozialen Netzwerken freiwillig preisgeben. Dennoch formiert sich auch hiergegen schon Widerstand, Bürgerrechtler wollen vor das Verfassungsgericht ziehen.

Mit dem Einsatz von Open Source Software haben Sie zumindest die Daten unter Kontrolle, die Sie auf Ihrem Rechner und im Unternehmen einsetzen. Wie stets erfahren Sie hierzu mehr im heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spass beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian