Firmenbrief

16.06.2010

Tipps vom LIS-Service. Heute: Sinnvolle Partitionierung von Festplatten, Teil 2


Im Linux-Firmenbrief 54/2010 konnten Sie erfahren, warum das Partitionieren einer Festplatte Sinn macht und die LIS-Techniker gaben eine Empfehlung für eine grundlegende Struktur. Lesen Sie heute, welche Gründe für diese Aufteilung der Festplatte sprechen und wieviel Platz Sie den einzelnen Abschnitten zuteilen sollten.

1. Partition: boot

Eine Boot-Partition ist vor allem bei älteren Systemen von Nöten. Ein Grund dafür beispielsweise, dass der Bootmanager "LILO" zwingend unterhalb der 1024-Zylinder-Grenze der Festplatte liegen muss und deshalb in der ersten Partition, da dieser sonst nicht funktioniert. Diese muss nicht groß sein, weil man hier in der Regel keine Daten speichert, 200 MB sind ausreichend. Bei neueren Versionen von "LILO" sollte dies aber nicht mehr zwingend nötig sein. Wenn Sie den Boot-Manager "GRUB" nutzen, spielt die 1024-Zylinder-Grenze keine Rolle.

2. Partition: system

Die System-Partition benötigt meist gleichfalls nicht viel Platz, da das Linux- Betriebssystem mit ca. 5 bis 10 GB Speicherkapazität vollkommen zufrieden ist. Damit die Systemstabilität nicht beeinträchtigt wird, werden Verzeichnisse augelagert, die viel Platz benötigen wie beispielsweise die Home-Laufwerke der Anwender, Installationsverzeichnisse oder auch Log Files. Im Verlauf des Artikels erfahren Sie hierzu mehr.

3. Partition: var

Da das Verzeichnis "/var" unter anderem Logfiles, Spool Files oder auch Webseiten enthält - z. B. der Apache Webserver greift auf /var/www/ zu - und diese mit der Zeit große Mengen an Daten erzeugen, ist es sinnvoll, auch dieses auszulagern.

Log-Dateien wachsen meist alle paar Sekunden um wenige Kilobytes an, die mit der Zeit und vor allem in der Summe erhebliche Ausmaße annehmen und somit die Systempartition zum Überlaufen bringen können. Das gleiche gilt für Spool Files: Der Druckdienst Cups verarbeitet seine Druckaufträge z. B. unter "/var/spool/cups/". Wenn Sie einen großen Druckauftrag starten, wird das Verzeichnis kurzzeitig gefüllt und Festplattenkapazität in Anspruch genommen, bis der Auftrag verarbeitet ist. Der Speicherplatz wird erst hinterher wieder freigegeben.

4. Partition: home

Diese Partition beinhaltet die Daten der Anwender, somit keine systemrelevanten Daten. Die Benutzer speichern hier ihre Arbeiten, Musik Dateien, Filme, Bilder etc. ab und verbrauchen somit in der Regel sehr viel Festplattenkapazität. Wie bereits erwähnt sollte das Home Verzeichnis deshalb auf eine eigene Partition, damit die Systempartition nicht zum Überlaufen gebracht wird.

Zudem können Sie auch sicherheitsrelevante Mount-Optionen nutzen, beispielsweise:

- noexec = Hiermit verhindern Sie, dass ausführbare Programme auf dieser Partition ausgeführt werden können.
- nosuid = Set-UID-Programme können nicht ausgeführt werden.

Mit dem Befehl "man mount" können Sie weitere wichtige sicherheitsrelevante Mount-Optionen in Erfahrung bringen und Ihren Bedürfnissen entsprechend einsetzen.

Im nächsten Linux-Firmenbrief lesen Sie weitere Hinweise zu den Partitionen.