Firmenbrief

16.06.2010

Firmenbrief 55/2010


Liebe Leser,

mit unüberhörbarem Werbegetöse bringt Apple sein neuestes Gimmick auf den Markt, und manch Medienschaffender bestaunt das iPad als handele es sich um eine Errungenschaft ähnlich der Erfindung des Buchdrucks.

Springer-Chef Matthias Döpfner wähnt dank Apple gar die Rettung der Verlagsbranche nahe. Weniger euphorisch zeigen sich andere Medienvertreter, der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher warnt vor dem geschlossenen System. Tatsächlich handelt es sich bei dem Hype-Gerät lediglich um ein Notepad mit neu gestalteter Oberfläche, das ansonsten keine wesentlichen technischen Neuerungen zu bieten hat. Neu jedoch sind die inhaltlichen Einschränkungen, denen sich Anwender und Entwickler bereitwillig zu unterwerfen scheinen. Dank der Zensur nennt das US-amerikanische Magazin „Dazed and Confused" seine iPad-Version "Iran-Edition", und selbst die Bild-Zeitung paßt sich an die inhaltlichen Vorschriften des scheinbar allmächtigen Herstellers an. Der Trendsetter ist mit seinen Vorgaben an Inhalte und Entwickler so restriktiv, dass die proprietären Fesseln von Microsoft im Vergleich nahezu wie Gummibänder scheinen.

Erste kritische Töne lassen hoffen, dass die Euphorie über Design und Gimmicks nicht das Bedürfnis nach freien Informationen überstrahlt. Das WeTab verspricht eine Alternative, ebenso wie es mit Android und Symbian ausgereifte Alternativen zum iPhone gibt. Auch die Regulierungsbehörden werden skeptisch: Mit seiner restriktiven Politik hat Steve Jobs nun auch die amerikanischen Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen.

Echte Wahlfreiheit bietet natürlich auch der neue CoreBiz Mobile Client - selbst für Apple-Nutzer. ;-) Mehr dazu lesen Sie im heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian