Firmenbrief

16.02.2010

Firmenbrief 51/2010


Liebe Leser,

Lizenzzahlungen sind in der Welt der freien Software eher ungewohnt und haben normalerweise nichts gemein mit den Pro-Kopf oder Pro-Rechner-Gebühren, die von proprietären Anbietern erhoben werden.

Dennoch können Entwickler von Open-Source-Software ihren Lebensunterhalt häufig recht gut bestreiten, nicht nur Spenden sind ein Weg, freie Projekte zu finanzieren. Eine recht außergewöhnliche Allianz sorgt nun dafür, dass nun ausgerechnet Microsoft Anwender quasi dafür bezahlt, dass sie eine Linux-Distribution nutzen. Grund dafür ist eine Vereinbarung, die Canonical - das Unternehmen hinter der Linux-Variante Ubuntu - mit dem Suchmaschinenanbieter Yahoo getroffen hat. Ab der nächsten Version mit Codenamen „Lucid Lynx" wird die Standardsuche im mitgelieferten Firefox-Browser nicht mehr Google sein, stattdessen sollen Anwender zunächst zu Yahoo dirigiert werden (siehe http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Yahoo-wird-Standardsuche-in-Ubuntus-Firefox).

Yahoo wiederum hatte im Juli 2009 eine Allianz mit Microsoft geschlossen, wonach die MS-eigene Suchmaschine Bing mit der Marktmacht von Yahoo kombiniert die Google-Dominanz brechen soll (siehe Steve-Ballmer-Video http://www.youtube.com/watch?v=QK_cQMqLtjo). Zwar gibt Canonical keine finanziellen Einzelheiten preis, macht aber deutlich, dass Geld der Grund für die neue Default-Einstellung in Ubuntu Linux ist, damit das Abkommen also auch zur weiteren Entwicklung des freien Betriebssytems beiträgt. So schlossen denn findige Kommentare aus dieser Meldung, dass künftig also Microsoft dafür zahlt, dass Leute Ubuntu nutzen können.

So sorgen ein paar Hintergrundinformationen wieder für Gesprächsstoff in der Community - und ebensolche liefern wir Ihnen auch wieder mit unserem heutigen Linux-Firmenbrief.

Viel Spass beim Lesen wünscht

Ihre

Sophie Bulian