Firmenbrief

19.01.2010

Firmenbrief 50/2010


Liebe Leser,

Datenschutz hat nicht in erster Linie etwas mit Datensicherung zu tun - auch wenn dies manch einer zu glauben scheint. Eine lässige Einstellung zu privaten Daten greift um sich, Jugendlichen ist der Wert ihrer persönlichen Daten häufig nicht bewußt.

Ausdruck findet dies nicht nur in Fernsehformaten, in denen die Entblößung der Privatsphäre zelebriert wird oder in sozialen Netzwerken, deren Mitglieder bereitwillig Auskunft über ihre Freizeitgewohnheiten geben. Der Suchmaschinengigant Google trägt dazu bei, dass die Hemmschwelle zur Preisgabe von Daten immer weiter sinkt. Das war auch Titelthema im Spiegel der letzten Woche, und Googles Europa-Chef Philipp Schindler sieht in der Datensammelwut überhaupt kein Problem, denn schließlich wolle man keine Menschen kontrollieren, sondern nur einen Mehrwert schaffen. Er meint: „Unser Ziel ist, die Information der Welt für alle überall verfügbar zu machen." Na, dann ist ja alles klar.

Nun gab Google bekannt, auch in China wieder alle Informationen verfügbar machen zu wollen und nicht mehr den Zensurvorgaben der Regierung Folge zu leisten. Als Grund hierfür nannte das Unternehmen die zunehmenden Hackerangriffe auf chinesische Bürgerrechtler.

Ein Nebeneffekt der Chinaaffäre ist übrigens eine Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem unsicheren Microsoft Browser Internet Explorer. Nicht nur die Menschenrechtler wurden Opfer von Sicherheitslücken, auch der Suchmaschinengigant Google und Unternehmen wie Adobe wurden von Cyber-Spionen attackiert. Offenbar gibt es in der Wahrnehmung der Firmen zumindest noch einen Unterschied zwischen Informationen, die freiwillig preisgegeben werden und denen, die heimlich abgegriffen werden.

Das trojanische Pferd in den Kriegen unserer Zeit ist häufig Microsoft-Software, die gerade in Unternehmen noch häufig genutzt wird. In unserem heutigen Linux-Firmenbrief beantworten unsere Techniker übrigens die Frage, warum Linux in punkto Sicherheit ganz allgemein einen Vorsprung hat - und ähnlich gilt dies natürlich für Open-Source-Browser im Vergleich zu proprietären Produkten.

Ihre

Sophie Bulian