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17.03.2009

IDC-Studie: Wirtschaftskrise als Wachstumsmotor für Linux


Eine IDC-Marktstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweite Wirtschaftskrise Linux weiteren Auftrieb geben dürfte - sowohl auf Servern wie auch auf dem Desktop. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Novell.

Gestiegener Kostendruck, zunehmende Verbreitung von Virtualisierung - das sind für viele Entscheider die wichtigsten Gründe über eine Linux-basierte Lösung nachzudenken. Laut IDC planen über die Hälfte der Befragten den zügigen Ausbau der Linux-Lösungen im laufenden Jahr, rund 72 Prozent davon sind bereits bei der Evaluierung oder haben bereits beschlossen, Linux auf dem Server einzusetzen.

Für Desktop-Anwendungen treffen gut 68 Prozent die gleiche Aussage. Virtualisierungslösungen unter Linux sind bei 88 Prozent der Befragten in den nächsten ein bis zwei Jahren geplant, sei es zur Evaluierung oder im Einsatz.

Eine gewisse Vorauswahl begünstigte die Umfrage: Voraussetzung war, dass alle Befragten mit Linux-Lösungen vertraut sind. Von Novell finanziert, befragte IDC für die Studie im Februar 2009 mehr als 300 IT-Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus den Branchen Produktion, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Behörden. Von den Befragten nutzen 97 Prozent Windows als Server-Betriebssystem, 55 Prozent haben Linux und 39 Prozent Unix auf dem Server.

Diese Studienergebnisse zeigen aber auch, dass nicht unbedingt diejenigen als erste zu freier Software wechseln, die am stärksten von der Wirtschaftsflaute betroffen sind, also Unternehmen in Nord-, Mittel- und Südamerika. Den größten Linux-Aufschwung gibt es jedoch in der so genannten Asia-Pazifik Region: Hier wollen 73 Prozent der Befragten mehr Linux-Installationen auf dem Server, 70 Prozent möchten das freie System auf den Desktop holen; in Amerika sind dies 66 (Desktop) und 67 (Server) Prozent. Unter den Branchen am stärksten betroffen sind laut den Marktforschern die Finanzdienstleister sowie Regierungsbehörden. Den deutlichsten Trend zum freien Betriebssystem machen die Analysten jedoch beim Einzelhandel aus. Hier wollen 63 Prozent ein Linux auf dem Desktop sehen, 69 Prozent auf dem Server.

Erfahrungsgemäß kann man also sagen, nicht die Unternehmen, die besonders sparen müssen, stellen auf Linux um, sondern diejenigen, die besonders vorausschauend denken.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Investitionsstau in vielen mittelständischen Unternehmen, da auf Grund der Wirtschaftsflaute eine gewisse Zurückhaltung vor Neuinvestitionen besteht.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage dürfte die Novell-Führungsriege in ihrer Einschätzung bestätigen: 67 Prozent der Studienteilnehmer nannten die Interoperabilität zwischen Linux und Windows als einen Hauptfaktor bei der Wahl des Betriebssystems. Diese Antwort dürfte dem Unternehmen gefallen, das seit 2006 mit Microsoft zusammenarbeitet und einen beträchtlichen Teil seiner Umsätze aus dieser Kooperation generiert.

Novell stellt einen Teil der Studienergebnisse auf seiner Unternehmenswebseite zur Verfügung.