Firmenbrief

20.10.2009

Tipps vom LIS-Service. Heute: Defragmentieren unter Linux



Frage: Mit meinem Windows-Rechner habe ich regelmäßig die Festplatte defragmentiert und damit wieder das Arbeitstempo erhöht. Vor einigen Wochen habe ich auf Ubuntu umgestellt. Muss ich unter Linux auch defragmentieren?

Antwort: Bei dem alten FAT Dateisystem von DOS/Windows war eine Defragmentierung  deshalb nötig, weil hier die Dateien nicht zusammenhängend, sondern verstreut auf dem Datenträger gespeichert werden. Hierbei wird nicht geprüft, ob die Daten innerhalb des freien Speicherplatzes zusammenhängend abgelegt werden können, sondern die Ablage beginnt einfach in dem ersten verfügbaren Bereich und springt in den nächsten, sobald dieser Platz voll ist. Mit dem Defragmentieren wird dieses Durcheinander im Speicherplatz sozusagen aufgeräumt, das Arbeiten mit dem Rechner geht wieder schneller.

Moderne Dateisysteme arbeiten etwas anders und versuchen die Daten intelligent zu planen und setzen hierzu gezielte Fragmentierung ein. Die Geschwindigkeit beim Anlegen und Vergrößern von bestehenden Dateien ist daher von Haus aus besser. Dadurch ist ein Aufräumen des Dateisystems nicht nötig, die Geschwindigkeitsvorteile wären zu gering. Bei Ubuntu ebenso wie auch bei anderen Linux-Systemen fragt die Festplattenverwaltung zunächst ab, wie groß die Datei ist. Dann gibt das System eine Empfehlung, wo die Datei vollständig hinpaßt. Falls das nicht möglich ist, gibt das System Informationen, wo die größtmöglichen Stücke abgelegt werden, wenn es nicht an eine einzelne Stelle passt.