Firmenbrief

16.03.2009

Tipps vom LIS-Service. Heute: Daten auf USB-Stick spielen



Frage an den LIS-Service:

Ich habe private Daten von meinem Linux-Firmenrechner auf einen USB-Stick verschoben. Nachdem der Vorgang meiner Meinung nach beendet war, habe ich den USB Stick vom Rechner abgezogen. Als ich den USB-Stick zuhause an meinen Rechner wieder anschließen wollte, waren sämtliche Daten verschwunden. Was ist passiert? Wie kann ich einen ähnlichen Fehler in Zukunft verhindern?

Antwort unserer Experten:
Dies ist ein bekanntes Problem von tragbaren Datenträgern. Wenn die Funktion (Hot Plugged) nicht explizit ausgeschaltet wird, werden diese in Linux mittlerweile automatisch eingebunden. Das passiert also auch mit dem USB-Stick, bei Linux der so genannte "mount". Wenn Sie dann versuchen, Daten von ihrem Rechner auf den USB Stick zu ziehen, werden diese Daten in einen so genannten Puffer geschoben und damit nicht auf den Stick geschrieben. Auf den Stick werden die Daten erst dann geschrieben, nachdem dieser aus dem System ausgebunden wird. Falls das Speichergerät nicht richtig ausgebunden, sondern einfach aus dem Rechner gezogen wurde, hat das Betriebssystem keine Chance, die Daten auf den Stick zu schreiben und tut das auch nicht. Genau das ist bei Ihnen passiert.

Verhindern kann man dies relativ einfach: Bevor Sie den Stick aus dem Rechner ziehen, klicken Sie mit rechts auf das USB-Symbol auf dem Desktop und wählen Sie die Option "Sicher entfernen". Jetzt kopiert der Rechner die Daten aus dem Puffer auf den Stick und versucht danach, den Wechseldatenträger automatisch auszuwerfen. Da man USB Sticks manuell entfernen muss, wird folgende Fehlermeldung erscheinen:

"Die Geräteeinbindung wurde erfolgreich gelöst, jedoch lässt sich das Medium nicht auswerfen.

"Bestätigen Sie mit "OK", ziehen Sie den Stick ab, die Daten sind verschoben.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Daten über die Konsole mittels "mount -o sync [Gerätepfad] [mountpunkt]" einzubinden. Dies empfehlen wir jedoch nur erfahrenen Anwendern, da dies zum einen Root Rechte erfordert und zweitens die Haltbarkeitszeit der Wechseldatenträger enorm beinträchtigt. Da kein Puffer mehr verwendet wird, ist die Anzahl der Schreibvorgänge um ein Vielfaches erhöht, was wiederum die Lebenserwartung von Ihrem Wechselträger drastisch senkt. Sie können den "mount"-Befehl auch ohne die "sync"-Option nutzen, allerdings müssen sie dann ihr Gerät wieder manuell ausbinden(der so genannte umount). Dies machen sie mit umount [mountpunkt].