Firmenbrief

19.08.2008

Fragen zu Linux - der LIS-Service antwortet


An dieser Stelle berichten regelmäßig die klugen Köpfe, die an unserer Service-Hotline sitzen.

Frage an unsere Hotline: An unseren Bürorechnern arbeiten gelegentlich Schreibkräfte mit den Linux-Desktops. Die Rechtevergabe wird auf unseren Linux-Rechnern schon systembedingt gewissenhaft behandelt, dennoch stellt sich uns die Frage, wie die Rechte bei konkurriendem Zugriff geregelt werden sollten. Gibt es sowas wie ein Patentrezept?

Antwort von unserem Service: Die Grundsätze zur Rechtevergabe lassen sich einfach zusammenfassen:

1. Für eine Datei können Rechte zum Schreiben, Lesen und Ausführen vergeben werden. (Read, Write, Execute)
2. Diese Rechte können für Eigentümer, die Gruppe und andere getrennt  festgelegt werden. "Andere" bezeichnet in der Fachsprache auch oft Rechte für den "Rest der Welt".

Ausführbar sollten Dateien nur sein, wenn es auch wirklich Programme sind, die ausgeführt werden müssen. Für Endanwender spielt dies meist eine untergeordnete Rolle, hier ist Schreiben und Lesen wichtig. Diese Rechte sollte in jedem Fall der Eigentümer, also der Urheber einer Datei, besitzen. Welche Rechte der Gruppe zugestanden werden, sollte nach Bedarf festgelegt werden. Alle übrigen, sprich: der Rest der Welt, sollten normalerweise nicht in eine Datei schreiben können, lesen wird hingegen häufig gestattet. Welche Rechte tatsächlich vergeben werden, legt ausschließlich der Eigentümer fest.

Linux-Administratoren setzen die Rechte traditionell mit dem Kommando 'chmod.' in der so genannten Shell. Für weniger geübte Anwender bietet die Benutzeroberfläche KDE eine einfache Alternative: Ein Klick auf die rechte Maustaste auf der Datei öffnet das Kontextmenü. Unter dem Menüpunkt "Eigenschaften" befindet sich der Reiter "Berechtigungen" mit einfachen Einstellungsmöglichkeiten. Unter "weitere Berechtigungen" finden sich alle Möglichkeiten eines Unix-Systems, Rechte zu ändern. Eine Option ist "Erweiterte Berechtigungen". Allerdings sollte dies Möglichkeit bei Standard-Dateien grundsätzlich ausgeschaltet bleiben, für die meisten Endanwender haben diese keine sinnvolle Funktion. Tatsächlich wird unter dieser Bezeichnung eine komplexe Rechtevererbung bei ausführbaren Dateien festgelegt.

In dem gleichen Fenster, in dem die Rechte festgelegt werden, können Sie im übrigen auch eine bestimmte Gruppe angeben, für die die Gruppenrechte gelten sollen.