Firmenbrief

17.04.2007

Windows-Anwendungen unter Linux einsetzen


Linux hat sich im Server-Umfeld vor allem durch seine außergewöhnliche Stabilität und gute Wartbarkeit einen festen Platz errungen. Auf dem Desktop hingegen ist bei Firmen immer wieder das Argument zu hören, Linux sei schwer einzusetzen, weil man auf viele Windows-Anwendungen nicht verzichten könne. Dabei ist es häufig möglich, diese unter Linux weiterhin zu verwenden, bis sich eine Alternative ergibt. Prominente Beispiele sind Adobe Photoshop und Illustrator sowie Lotus Notes, neben dem durchaus ersetzbaren Microsoft Office mit Word, Excel, Access, Powerpoint und Outlook. Die Lösung kann die Windows-kompatible Laufzeitumgebung Wine sein bzw. das kommerzielle Pendant CrossOver. Der Clou ist, dass Wine die Bibliotheksfunktionen von Windows unter Linux neu implementiert - und es ist keine Microsoft-Lizenz nötig!

Die Herausforderung bei der Entwicklung von Wine war zunächst, dass die Bibliotheksfunktionen, das so genannte API von Windows, nur unzureichend dokumentiert sind. An vielen Stellen greifen gerade die von Microsoft selbst hergestellten Programme auf Funktionen zu, die nicht dokumentiert sind. Da es im API zahlreiche Doppelungen gibt, liegt der Verdacht nahe, dass selbst Microsoft nicht wirklich den Überblick über die vielen tausend Systemaufrufe und deren teilweise höchst komplexen Übergabeparameter hat. Weiterhin gibt es Funktionen, die sehr stark auf die Windows-Welt zugeschnitten sind und viele Annahmen über das darunter liegende System machen. Das Dateisystem von Linux zum Beispiel unterscheidet sich in vielen Punkten massiv von den Windows-Dateisystemen.

Das Wine-Projekt hat nun den Großteil der notwendigen Bibliotheken implementiert. Dabei setzt das Wine-Team, das sehr stark von den Programmierern des kommerziellen Derivats CrossOver unterstützt wird, bei dieser komplexen Umsetzung ganz auf Open Source, so dass sämtliche Quellen zur Verfügung stehen - im Gegensatz zu den Windows-Bibliotheken.

Von der Funktionalität her kann sich Wine in der aktuellen Version auch im kommerziellen Einsatz sehen lassen. Nach der Installation und der möglichen Datenbankanbindung ist zunächst immer eine Phase des Testens und der Evaluierung der Softwarefunktionalität notwendig. Linux und Wine unterstützen diese durch zahlreiche Möglichkeiten zum Debugging. Originale Windows-Bibliotheken können in diesem Prozess alternativ die Wine-Bibliotheken ersetzen. Dabei müssen natürlich individuelle Lizenzvereinbarungen beachtet werden. Wenn trotz der guten Möglichkeiten zum Debugging und zur Anpassung von Wine eine fehlerfrei lauffähige Version der gewünschten Software nicht erreicht werden kann, bietet die weit fortgeschrittene Implementierung beim 'großen Bruder' CrossOver weitere Alternativen.

Möchten Sie konkret erfahren, wie Sie Linux auch auf Ihren Desktop bringen, ohne auf unersetzliche Anwendungen zu verzichten? Wir informieren Sie gern. Schreiben Sie einfach ein E-Mail an info@linux-ag.com oder rufen Sie uns an unter (0 89) 99 34 12-0.

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