Vorurteile

Stimmt ja gar nicht – Die 10 häufigsten Vorurteile gegen Linux und Open-Source im Firmeneinsatz

 

Vorurteil Nr. 1: "Ich habe eine Software im Einsatz, die nur unter Windows läuft, daher kann ich nicht mit Linux arbeiten!"
Das war in der Vergangenheit sicher einmal ein Problem. Inzwischen ist es jedoch egal, unter welchem Betriebssystem eine Software läuft. Dank der standardmäßig eingesetzten Virtualisierungs- oder Terminalserver-Technologie lassen sich Betriebssysteme beliebig kombinieren. Das gilt sowohl für den Server als auch für den Desktop. Zum Beispiel läuft als Basis Linux das je nach Bedarf eine Windows-Umgebung für eine spezielle Software emuliert und diese darin ausführt. Der Anwender bekommt von alledem nichts mit. Er kann einfach wie gewohnt seine Programme mit Windows nutzen.


Vorurteil Nr. 2: "Für Open-Source-Software gibt es keinen professionellen Support, weil hinter der Software keine Firma steht!"
Da die Basis einer solchen Software, der Quellcode, für jeden offen einsehbar ist, ist es für Dienstleister wesentlich einfacher Support oder Service dafür anzubieten, da Aufwand und Risiken leichter einzuschätzen sind. Für jede populäre oder häufig eingesetzteOpen-Source-Software gibt es bereits kommerziellen und professionellen Support durch zahlreiche spezialisierte Dienstleister.


Vorurteil Nr. 3: "Wenn ich Linux am Arbeitsplatz einsetze, kann ich keine Windows Dokumente öffnen, bearbeiten oder erstellen!"
Dieses Vorurteil betrifft hauptsächlich Office-Dokumente wie Word, Excel oder Powerpoint und hält sich nach wie vor hartnäckig. Dabei gibt es bereits seit Jahren das Open-Source-Officepaket OpenOffice, dass bis ins Detail kompatibel mit den Microsoft Office-Produkten ist und deren Dateiformate lesen und schreiben kann. OpenOffice nutzt zudem einen eingeführten Industriestandard für die Erstellung und Verwaltung seiner Dateien und ist daher sehr flexibel beim Im- und Exportieren seiner Daten und bei der Kommunikation mit anderen Software-Produkten.


Vorurteil Nr. 4: "Unsere Mitarbeiter in der Systemverwaltung haben keine Linux-Kenntnisse und können daher ein Linux-System nicht verwalten. Bei einer Umstellung müssten wir zusätzliches Personal einstellen!"
Windows-Systemadministratoren sind es gewohnt, die IT-Infrastruktur ihrer Firma über grafische Frontends der Administrations-Software zu verwalten. Nicht anders lassen sich heutzutage auch Linux-Systeme administrieren. Mit Hilfe grafischer Oberflächen lassen sie sich ähnlich komfortabel verwalten wie Windows Systeme. Dabei können sowohl Linux als auch Windowssysteme gemeinsam verwaltet werden.Tiefgreifende Kenntnisse auf der Kommandozeile werden nicht mehr benötigt.


Vorurteil Nr. 5: "Open-Source-Software ist nicht ausgereift, wird nur von Hobby-Programmierern entwickelt und kann deshalb nicht für geschäftskritische Bereiche eingesetzt werden!"
Es gibt sicher Open-Source-Software, auf die diese Beschreibung zutrifft. Aber das tut sie auch bei vielen kommerziellen Software-Produkten. Die Software der Open-Source-Projekte wird wie jede andere auch auf Performance, Belastbarkeit, Funktionen, Sicherheit etc. getestet. Ein großer Vorteil von Open-Source ist dabei, dass bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase die Anwender eingebunden werden können und so die Software am Ende näher an deren tatsächlichen Bedürfnissen ist. Durch den offenen Quellcode der Software werden Fehler oder Sicherheitslücken auch schneller gefunden und behoben.


Vorurteil Nr. 6: "Eine Umstellung auf Linux ist den Mitarbeitern in der Firma nicht vermittelbar, der Unterschied zum erlernten Aussehen und Verhalten ist zu groß!"
Dieses Argument lässt sich nur schwer entkräften, da eine Umstellung auf ein anderes Betriebssystem immer große Veränderungen für die Anwender mit sich bringt. Das ist aber kein linux-spezifisches Problem, sondern betrifft jede Desktop-Migration. Auch eine Umstellung auf eine neue Windows-Version bringt für die Mitarbeiter viele Umstellungen und erfordert möglicherweise einen Schulungsbedarf. Bei einer Umstellung auf Linux kann man beispielsweise die gesparten Lizenzkosten in Mitarbeiter-Trainings und -Motivierung stecken.


Vorurteil Nr. 7: "Open-Source-Software ist unsicher, da ja jeder den Code kennt!"
Genau das Gegenteil ist der Fall. Viele Augen sehen mehr als Wenige. In diesem Fall sehen viele Entwickler schneller wo es Sicherheitslücken oder -Risiken in der Software gibt und diese werden dann schnell behoben.


Vorurteil Nr. 8: "Die Kosten für den Support und die Administration einer vollständigen Linux Landschaft heben die gesparten Lizenz-Kosten wieder auf!"
Die Kosten für den Support unter Linux sind nicht höher als bei Windows. Die Administration kann inzwischen komfortabel über grafische Oberflächen und zentrale Verwaltungs-Lösungen erfolgen. Auf lange Sicht lohnt sich der Einsatz von Linux vor allem auch, da zukünftige Updates keine weiteren Lizenzkosten verursachen.


Vorurteil Nr. 9: "Ich muss die Lösung, die in der Firma mit Open-Source entwickelt wurde, hinterher für alle veröffentlichen!"
Je nach der verwendeten Lizenzbestimmung müssen Veränderungen an der Software für den eigenen Einsatz in der Regel nicht veröffentlicht werden. Viele Open-Source-Projekte gerade im Business-Umfeld bieten inzwischen parallel zur freien Lizenz eine kommerzielle Lizenz an, das sogenannte Dual-Licensing. Die Kosten für die kommerzielle Lizenz beeinhalten dann meist bereits den Support, so dass am Ende die Software nach wie vor de facto kostenlos ist.


Vorurteil Nr. 10: "Linux bietet nur schlechte Hardwareunterstützung!"
Es gibt immer wieder einmal Fälle in denen bestimmte Hardware nur schlecht oder gar nicht unter Linux funktioniert. Das betrifft jedoch meistens den privaten Bereich wie zum Beispiel TV-Karten, Webcams oder WLAN-Sticks. Im Büro-Umfeld gehören diese Probleme längst der Vergangenheit an.