CoreBiz

CoreBiz im Einsatz bei der Gerhard Rösch GmbH

 

Welche Aufgaben hat bei Ihnen die IT-Abteilung und wie viele Mitarbeiter arbeiten dort?

Wir haben zwei Unternehmen im Haus mit zwei getrennten Systemen, die in einer gemeinsamen IT-Abteilung verwaltet werden. Dort betreuen wir mit zwei Mitarbeitern und einem Azubi etwa 220 Anwender, zwei File-Server mit einem Backup-Server, zwei gespiegelte Virtualisierungsserver mit fünf Softwarediensten und zwei große Server für unser ERP-System.

Wie war die Situation in Ihrem Unternehmen vor dem Projekt mit der LIS AG?

Wir hatten keine einheitliche Serverstruktur. Für jeden Dienst gab es einen eigenen Hardware-Server, insgesamt hatten wir 15 unterschiedliche und eigenständige Systeme. Also zum Beispiel einen für das Warenwirtschaftsystem der Firma Rösch und einen für das Warenwirtschaftssystem des Schwesterunternehmen Rökona. Das war eine über die Jahre gewachsene IT-Infrastruktur, die auf Dauer nicht sehr zuverlässig war.

Wann entstand die Idee, an dieser Situation etwas zu verändern und warum?

Im Jahr 2008 habe ich zusammen mit unserem Geschäftsführer beschlossen, dass wir an dieser Situation etwas ändern müssen, um mehr Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit zu erreichen und um die ganze IT-Infrastruktur transparenter zu gestalten.

Welche Ziele wollten Sie mit der Erneuerung Ihrer IT-Infrastruktur erreichen?

Vor allem wollten wir eine höhere Ausfallsicherheit erreichen, das haben wir mit einem automatischen Failover auf ein räumlich getrenntes zweites System auch erreicht. Für eine Firma in unserer Größenordnung bedeutet das sehr viel. Natürlich gibt es immer Schwachstellen, wie zum Beispiel die Stromversorgung die im schlimmsten Fall für das ganze Firmengelände ausfallen könnte. Aber dann haben wir eben Pech gehabt. Ein weiteres großes Ziel war es, die ganzen Dateien die von den Mitarbeitern auf deren PCs gespeichert werden und über die ganzen Abteilungen verstreut sind, zentral abzuspeichern und zu verwalten. Durch die Ausfallsicherheit des neuen File-Servers war es dann auch leicht die Mitarbeiter davon zu überzeugen, ihre eigenen und Gruppen-Dateien nicht mehr lokal, sondern auf dem Server zu speichern. Sollten sie dann mal etwas aus Versehen löschen oder überschreiben, kann die Datei dank der CoreBiz WorkingCopy in Minuten wiederhergestellt werden. Das dritte Ziel war, die ganzen unterschiedlichen Server in einer virtualisierten Umgebung zusammenzufassen, so dass sie leichter zu warten sind und in dem ausfallsicheren Setup integriert sind. Und das Thema Open-Source liegt mir persönlich auch sehr am Herzen und war daher auch ein Entscheidungskriterium.

Haben Sie anfangs versucht die Umstellung selbst zu machen?

Es war von Anfang an klar, dass wir dieses Projekt mit einem externen Dienstleister zusammen umsetzen wollen. Da wir in unserer IT-Abteilung nur zwei Personen sind, war das intern nicht zu stemmen.

Haben Sie eine Ausschreibung gemacht? Wie kamen Sie auf die LIS AG?

Ich habe im ersten Schritt zunächst Firmen kontaktiert, mit denen wir bereits in der Vergangenheit gemeinsame Projekte durchgeführt haben. Dort wurden mir verschiedene Konzepte vorgeschlagen, alle jedoch mit proprietärer Software wie zum Beispiel NetApp. Diese Konzepte waren jedoch preislich in einer Gegend bei der dann unser Geschäftsführer ein Veto eingelegt hat. Ich war dann zufällig auf der Messe SYSTEMS in München und habe mir dort am Stand der LIS AG die verschiedenen CoreBiz-Produkte angeschaut. Dadurch ist dann der erste Kontakt entstanden, der zu unserer Zusammenarbeit mit der LIS AG geführt hat.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit der LIS AG?

Der große Unterschied zwischen der LIS AG und anderen Systemhäusern mit denen ich Kontakt hatte ist die Tatsache, das man fast ausschließlich mit einem Ansprechpartner zu tun hat, sei es für kaufmännische oder für technische Fragen. In der Vergangenheit war der Service bei anderen Dienstleistern zu sehr geteilt. Wenn etwas am Netzwerk defekt war musste man die eine Person anrufen, wenn etwas am Server war jemand anderes. Oft war es jedoch so, dass wir das vor Ort gar nicht genau unterscheiden konnten.

Hatten Sie am Anfang des Projekts schon eine konkrete Vorstellung darüber, was genau gemacht werden sollte oder haben Sie sich von der LIS AG beraten lassen und die Entscheidung dann gemeinsam gefällt?

Es war eine Mischung aus beidem. Ich hatte schon eine konkrete Vorstellung wie die Architektur aussehen sollte. Diese hat sich dann im Gespräch mit Hr. Strobl (Vorstand der LIS AG) stark verändert, da er mir gezeigt hat, was mit den CoreBiz-Produkten alles möglich ist und das für mich eine ganz neue Welt war. Zum Beispiel war mir neu, dass man solche Dienste so skalieren kann, ohne gleichzeitig Netzwerk- oder Zugriffsprobleme zu bekommen. Wir haben trotz unseres „nur“ 1 Gigabit-Netzwerk LAN noch nie irgendwelche Performance-Probleme mit dem File-Server gehabt.

Mussten Sie bei der Geschäftsführung Überzeugungsarbeit leisten mit der LIS AG eine Open-Source-Lösung in ihrem Unternehmen aufzubauen?

Bei der Geschäftsführung herrscht ein großes Vertrauen, dass ich einen Weg gehe, der für das Unternehmen Sinn macht. Sie hat sich das Prinzip von mir ausführlich erklären lassen und dann dazu ihre Zustimmung gegeben. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass man im Gegensatz zu einem Projekt mit Microsoft-Produkten sehr viel mehr Überzeugungsarbeit leisten musste.

Wie verlief die Umstellung, welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Richtig große Probleme gab es eigentlich keine. Anfangs waren wir der Meinung, dass wir unsere Domäne mit dem Windows Active Directory Server komplett durch Samba und LDAP ersetzen könnten. Das haben wir aber nicht hundert Prozent zum Laufen gebracht und nach vielen Versuchen haben wir diese Idee dann verworfen. Daher wird unser zentraler Anmeldeserver erst einmal ein Windows-Server bleiben.

Wie lange hat diese Umstellung gedauert?

Am längsten hat wohl die Entscheidungsfindung und die Überzeugungsarbeit gedauert, eine IT-Infrastruktur aufzubauen, die nicht auf Microsoft-Produkten basiert. Als diese Entscheidung einmal gefallen war ging die eigentliche Installation und Migration in ein paar Tagen über die Bühne. Etwas länger hat es dann gedauert, bis mein Kollege und ich die ganzen alten Shares und Dateien gesichtet und ausgemistet haben.

Wie hat sich die Arbeit der Administratoren im Vergleich zu früher verändert?

Wir haben auf jeden Fall weniger Arbeit mit der Administration der Server. Ein Beispiel dazu: Heute Morgen habe ich einen Anruf von unserer Schnitt-Abteilung bekommen, also dort wo die Schnittlagen für Bekleidung erstellt werden. Eine wichtige Schnitt-Datei wurde versehentlich mit dem selber Namen überschrieben. In der Vergangenheit hätte ich nun das Sicherungsband vom File-Server mit Windows 2003 suchen müssen und hoffen, dass die Datei gestern noch in Ordnung war. Wenn nicht, dann die Sicherung von Vorgestern suchen und so weiter. Ein Sicherungsdurchlauf um die Datei zu finden und das Band zurückzuspulen hätte etwa zwei Stunden gedauert. Das heißt das ganze hätte etwa zwischen zwei und vier Stunden meiner Arbeitszeit beansprucht. Heute gehe ich einfach in das WorkingCopy, schau ob die Datei gestern noch intakt war und wenn nicht, hole ich sie mir vom Backup-Server. Das ganze dauert keine fünf Minuten.

Wie administrieren Sie das neue System?

Wir machen das meiste über die grafische CoreBiz Management-Konsole und ab und zu kleinere Arbeiten auf der Kommandozeile direkt auf den Servern.

Wie hoch waren die Projektkosten? Und wie groß ist das gewonnene Einsparpotential?

Wir hatten ein Budget von etwa 80.000 bis 90.000 Euro. Das Einsparpotential muss ich an dem messen, was wir für diese Leistungen sonst eingekauft und bezahlt hätten. Das wäre mit anderen Lösungen weitaus kostspieliger geworden, über den Faktor zwei.

Planen Sie noch weitere IT-Projekte in der Zukunft?

Wir werden in Kürze anfangen eine zentrale Software-Distribution aufzubauen, so dass wir in der Lage sind die bestehenden Arbeitsplätze zentral mit Updates und Software zu versorgen. Der nächste Schritt ist, dass wir ein Monitoring einrichten um ganz genau zu sehen, was passiert in unserem Netzwerk und auf den Servern. Der Dritte Schritt ist dann, dass wir virtualisierte Terminal-Server einrichten um dann in einem weiteren Schritt ein Remote-Desktop-System zu installieren. Dann wird die gesamte Applikations-Software auf dem Terminal-Server den Clients zur Verfügung gestellt und nicht mehr lokal installiert. Das Ziel des ganzen wird sein, dass man keinen Unterschied mehr merkt, ob man direkt in der Firma arbeitet oder zu Hause oder unterwegs ist.

 

 


 

Martin Strobel

Martin Strobel, Leiter EDV, Gerhard Rösch GmbH

Details zum Projekt bei der Gerhard Rösch GmbH

Ein CoreBiz Base Server hat die Rolle des zentralen Print- und Fileservers übernommen. Die Anwenderdaten bekommt er aus dem Windows-ADS. Über die grafische CoreBiz Management Console werden sowohl die Freigaben als auch das Backup auf dem Backup-Server gesteuert. Letzterer sichert nicht nur den Fileserver, sondern auch alle anderen Server, wobei bei bestimmten Anwendungen wie dem zentralen Lotus-Domino-Server die Datensicherung SEP Sesam mit Hotbackup (Backup der Datenbank im laufenden Betrieb) zum Einsatz kommt.

Die Shares des Fileservers werden durch einen CoreBiz Base Cluster samt DRBD auf einem zweiten Knoten in Echtzeit parallel mitgeführt. Dieser steht in einem anderen Gebäude. Sollte einer der beiden Server ausfallen, Teile der Netzwerkinfrastruktur "hängen" oder der Katastrophenfall durch Brand des Rechenzentrums eintreten, steht der zentralisierte File- und Printserver nahtlos und transparent zur Verfügung. Falls die Daten durch Bedienungsfehler, defekte Anwendungssoftware oder -hardware beschädigt werden, steht das Backup dank der CoreBiz WorkingCopy sofort zur Verfügung, ohne dass hierfür zeitaufwendige Wiederherstellungsaktionen nötig wären.