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Subsections


od

       

Funktion:

od (octal dump) zeigt Dateien im oktalen, hexadezimalen oder in anderen Formaten an.

Syntax:

od [-abcdfhiloxv] [-s [Länge]] [-w [Anzahl]] [-A Positionsformat] [-j Anzahl] [-N Anzahl] [-t Format] [-skip-bytes=Anzahl] [-address-radix=Positionsformat] [-read-bytes=Anzahl][-format=Format] [-output-duplicates] [-strings[=Anzahl]] [-width[=Anzahl]] [Datei ...]

Beschreibung:

od liest die angegebenen Dateien oder die Standardeingabe (wenn keine Datei oder anstelle einer Datei `-' angegeben ist) und gibt die Bytes formatiert und kodiert auf die Standardausgabe.

Jede Ausgabezeile enthält in der ersten Spalte die Positionsnummer des ersten in der Zeile dargestellten Bytes (vom Dateianfang gezählt). In den darauffolgenden Spalten werden die Daten aus der Datei in einem durch die Optionen kontrollierten Format angezeigt.

In der Standardeinstellung ohne Optionen gibt od die Position als 7-stellige Oktalzahl[*] und die Daten in 8 Spalten zu je zwei Bytes in oktaler Darstellung aus.

Optionen:

-A Positionsformat
zeigt die Position des ersten in einer Zeile dargestellten Bytes im Positionsformat; die folgenden Formate stehen zur Auswahl:
-d
siebenstellige Dezimalzahl[*]

-o
siebenstellige Oktalzahl[*] (Voreinstellung)

-x
sechsstellige Hexadezimalzahl[*]
-n
keine Positionsangabe

-j Anzahl
überspringt die ersten Anzahl Bytes der Datei und beginnt erst danach mit der Ausgabe; wenn die Zahl mit `0x' oder `0X' beginnt, wird sie als Hexadezimalzahl interpretiert, beginnt sie mit einer Null, wird sie als Oktalzahl behandelt, sonst als Dezimalzahl; der Zahl kann einer der Buchstaben b (blocks=512), k (kilo=1024) oder m (mega=1048576) folgen, die die Anzahl mit den entsprechenden Einheiten multiplizieren
-N Anzahl
gibt nur die angegebene Anzahl Bytes von der Datei aus; die Anzahl kann wie bei der `-j' Option von einer Einheit gefolgt werden
-t Format
wählt die Codierung für die Datenausgabe; wenn die -t Option mehrfach benutzt wird oder mehrere Formate gleichzeitig angegeben werden, gibt od für jedes Format jeweils eine entsprechende Zeile aus; folgende Formate werden unterstützt
a
(ascii) setzt das achte Datenbit aller Zeichen auf null, die druckbaren ASCII Zeichen werden als solche ausgegeben, und die nichtdruckbaren Steuerzeichen werden mit ihren in der ASCII Tabelle verwendeten ``Namen'' bezeichnet; so wird das Zeilenende als CR bezeichnet, ein horizontaler Tabulator mit TAB und so weiter
c
(character) gibt die druckbaren ASCII Zeichen als solche aus, die nichtdruckbaren Zeichen werden, sofern möglich, als Backslashsequenz ausgegeben; \f ist hier z. B. ein Zeilenende, \t ein Tabulator und so weiter; Bytes die nicht druckbar sind und auch nicht als Backslashsequenz ausgegeben werden können, werden als Oktalzahl dargestellt
d
(decimal) gibt die Daten als vorzeichenbehaftete Dezimalzahlen aus; voreingestellt sind vier Bytes je Dezimalzahl
f
(float) gibt die Daten als Fließkommazahlen aus; voreingestellt sind acht Bytes je Fließkommazahl
o
(octal) gibt die Daten als Oktalzahlen aus; voreingestellt sind vier Bytes je Oktalzahl
u
(unsigned) gibt die Daten als vorzeichenlose Dezimalzahl aus; voreingestellt sind vier Bytes je Dezimalzahl
x
(heX) gibt die Daten als Hexadezimalzahlen aus; voreingestellt sind vier Bytes je Hexadezimalzahl

Außer die Typen a und c, die immer einzelne Bytes anzeigen, kann die Anzahl der Bytes, die in jeweils eine Zahl des bestimmten Typs umgewandelt werden sollen, durch eine dem Typkennzeichner unmittelbar folgende Zahl bestimmt werden. Die Anzahl der Bytes je Zahl kann auch durch Buchstabenkennungen angegeben werden, die den C-Datentypen entsprechen. Für die Ganzzahltypen (d, u, x, o) gibt es die folgenden Möglichkeiten:
C
(Char) ist ein Byte lang
S
(Short) ist zwei Bytes lang
I
(Integer) ist vier Bytes lang
L
(Long) ist auch vier Bytes lang

für Fließkommazahlen können die folgenden Optionen verwendet werden
F
(Float) ist vier Bytes lang
D
(Double) ist acht Bytes lang
L
(Long Double) ist auch acht Bytes lang

-v
gibt auch die doppelten Zeilen aus; normalerweise werden ganze Zeilen, die der zuletzt angezeigten Zeile vollständig entsprechen, durch ein Asterisk `*' dargestellt
-s [Länge]
gibt nur die gültigen C-Zeichenketten (Folgen von druckbaren ASCII Zeichen, durch ein Nullbyte beendet) mit mindestens der angegebenen Länge aus; Voreinstellung für Länge ist drei Zeichen
-w [Anzahl]
setzt die Anzahl der umgewandelten Bytes, die in einer Zeile ausgegeben werden; die Anzahl muß ein vielfaches der Länge jedes Ausgabetyps sein; Voreinstellung ist 16

Die folgenden Optionen übersetzen die nicht dem POSIX Format entsprechenden alten Optionen in die neuen, dem POSIX Standard entsprechenden Optionen, wie sie oben aufgeführt sind.
-a
gibt benannte ASCII Zeichen aus, wie -t a
-b
gibt die Daten Byteweise als Oktalzahlen aus, wie -t oC
-c
gibt druckbare Zeichen oder Backslashsequenzen aus, wie -t c
-d
gibt die Daten als vorzeichenlose kurze Dezimalzahlen aus, wie -t u2
-f
gibt die Daten als Fließkommazahlen mit vier Bytes je Zahl aus, wie -t fF
-h
gibt die Daten als vierstellige Hexadezimalzahl aus, wie -t xL
-i
gibt die Daten als vorzeichenbehaftete Dezimalzahl mit zwei Bytes je Zahl aus, wie -t d2
-l
gibt die Daten als vorzeichenbehaftete Dezimalzahl mit vier Bytes je Zahl aus, wie -t dL
-o
gibt die Daten als Oktalzahlen mit zwei Bytes je Zahl aus, wie -t oS
-x
gibt die Daten als Hexadezimalzahlen mit zwei Bytes je Zahl aus, wie -t x2

Autor:

Jim Meyering


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Das Linux Anwenderhandbuch
(C) 1997 LunetIX