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Locales und Native Language Support

  

Wenn Linus Torvalds den Funktionen seines Betriebssystems finnische Namen gegeben hätte und alle Kommentare und Meldungen in Finnisch erscheinen würden, hätte sich Linux kaum über die Grenzen Finnlands hinaus verbreitet. Wie in vielen anderen Bereichen von Wissenschaft und Technik ist Englisch die Umgangssprache der internationalen Computergemeinde. Obwohl Linux in C geschrieben ist, kann es nur deshalb international entwickelt werden, weil sich der C-Quelltext englisch lesen läßt: Funktionsnamen, Kommentare und Meldungen sind in dieser Sprache abgefaßt.

Was für die Entwicklung eines Betriebssystems sinnvoll ist, muß aber noch lange nicht für dessen Anwendung gut sein. Auch wenn der erforderliche englische Wortschatz für den Umgang mit Linux sehr klein ist, würde die Beschränkung auf einen bestimmten nationalen Stil den Gebrauchswert von Linux mindern. Es kann schnell zu schwerwiegenden Mißverständnissen kommen, wenn der in Linux verwendete Stil vom nationalen abweicht.

Beispielsweise ist die Zeichenkette `04/11/1994' wegen der Jahreszahl 1994 leicht in die Kategorie Datum einzuordnen. In Deutschland ist die Verwendung eines / als Trennzeichen zwischen den Teilen des Datums zwar unüblich, wegen der gebräuchlichen Abfolge Tag-Monat-Jahr wird das Beispiel aber leicht als 4. November 1994 gelesen. In den USA bezeichnet dieses Datum eindeutig den 11. April 1994.

Um diesem Problem bereits auf Betriebssystemebene angemessen zu begegnen, unterstützt Linux (oder besser: die Standard-C-Bibliothek) sogenannte Locales und bietet in gewissem Umfang ``Native Language Support''.



 
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Das Linux Anwenderhandbuch
(C) 1997 LunetIX