Dieses Handbuch wird mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Hetze auf den Servern der Linux Information Systems AG gehosted.

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Recompilieren des Kernels

    Wie die meisten modernen Betriebssysteme verfügt Linux über eine umfangreiche Auswahl an Treibern für die verschiedensten Hardwaregeräte. Einige dieser Erweiterungskarten besitzen ein eigenes BIOS, das bereits einen Treiber für die entsprechende Karte enthält. Linux verwendet dieses BIOS allerdings nur, um Konfigurationsparameter auszulesen oder das Vorhandensein der Karte überhaupt festzustellen, da die meisten dieser BIOSe in Multitaskingumgebungen, wie Linux (oder OS/2, Windows NT oder ein anderes UNIX) sie zur Verfügung stellt, nicht verwendbar sind. Deshalb muß der Kernelquelltext vor dem Übersetzen auf die entsprechende Treiberauswahl, die zum Starten des Systems notwendig ist, konfiguriert werden.

Die meisten im Kernelquelltext enthaltenen Treiber sind auch als sogenannte ,,Module`` übersetzbar, die zur Laufzeit in den Kernel geladen werden können. Lediglich die Treiber, die beim Systemstart erforderlich sind, müssen fest in den Kernel einkompiliert werden. Diese Treiber sind im wesentlichen das Dateisystem, mit dem die Root-Partition formatiert wurde, und der Festplattentreiber, der die Platte steuert, auf der sich das Root-Dateisystem befindet. Wird das System komplett via Netzwerk betrieben, müssen nur der Netzwerktreiber und das NFS-Dateisystem in den Kernel eingebunden werden. Die meisten der heutigen Distributionen verwenden bereits bei der Installation modularisierte Kernel, wodurch die Notwendigkeit, eigene, auf das System zugeschnittene Kernel zu bauen, deutlich geringer wurde. Soll der Kernel aber aktualisiert oder neue Hardware in das System eingebaut werden, muß der Kernel meistens umkonfiguriert werden. Ebenso kann es aufgrund der Arbeitsspeichersituation, aus geschwindigkeitstechnischen Gründen oder wegen Hardwarekonflikten sinnvoll sein, einen auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten Kernel zu installieren.

Entpacken der Quelltexte

 

Der Quellcode des Kernels sollte sich in dem Verzeichnis /usr/src/linux befinden. Sind die Sourcen noch nicht entpackt, so müssen sie in dem Verzeichnis /usr/src mit dem Kommando tar xfz Dateiname.tar.gz entpackt werden. Damit die zu dem jeweiligen Kernel gehörenden Headerdateien beim Compilieren verwendet werden, müssen sich in dem Verzeichnis /usr/include Symlinks auf die Verzeichnisse /usr/src/linux/include/linux und /usr/src/linux/include/asm befinden. Sie werden mit den Kommandos
rm -f /usr/include/linux /usr/include/asm
ln -s /usr/src/linux/include/asm /usr/include/asm
ln -s /usr/src/linux/include/linux /usr/include/linux
erzeugt. Da die Headerdateien nicht nur zum Übersetzen des Kernels benötigt werden, sind diese Symlinks für alle Programme, die Datenstrukturen des Kernels verwenden, notwendig. Sind mehrere Kernelquelltexte auf der Platte verfügbar, so ist darauf zu achten, daß die Symlinks auf die richtigen Headerdateien zeigen.

Die Kernel-Konfiguration

 

Zur Konfiguration des Kernels stehen zur Zeit drei Möglichkeiten zur Auswahl. Alle drei werden über sog. ,,make targets`` im Kernelquelltextverzeichnis (normalerweise /usr/src/linux) gestartet und erstellen die Konfigurationsdatei .config, aus der zur Zeit der Übersetzung die eingestellten Parameter gelesen werden. Die traditionelle Variante ist das bekannte make config, das ein Shell-Script startet und linear alle Konfigurationsparameter abfragt, ohne die Möglichkeit zu lassen, innerhalb der Fragen vorwärts oder rückwärts gehen zu können. Ebenso müssen immer alle Fragen bearbeitet werden, selbst wenn nur eine einzige Einstellung geändert werden soll.

make xconfig

Benutzern des X-Window-Systems sei das Komando make xconfig ans Herz gelegt. Es setzt allerdings voraus, daß TCL/TK auf dem System installiert sind.

make xconfig startet ein sehr übersichtlich gestaltetes TCL/TK Programm und präsentiert dem Benutzer die systematisch sortierten Konfigurationsbereiche des Linuxkernels in einem Fenster. Wählt man den ersten Menüpunkt im Hauptmenü aus, wird ein weiteres Fenster erzeugt, in dem die einzelnen Parameter über Radiobuttons gesetzt werden können, wobei ,,y`` für in den Kernel einbinden steht, ,,m`` übersetzt die Option als ladbares Modul und ,,n`` läßt den Treiber ganz weg. Am unteren Rand jedes dieser ,,Unterfenster`` besteht die Möglichkeit, zum vorhergehenden oder nächsten Fenster umzuschalten oder in das Hauptmenü zurückzukehren. Im Hauptmenü kann die eingestellte Konfiguration mit ,,Save and Exit`` bestätigt oder über die Menüpunkte ,,Load Configuration from File`` und ,,Save Configuration to File`` in einer eigenen Datei gesichert werden, was sich als ausgesprochen praktisch erweist, wenn auf einem Rechner Kernel für verschiedene Systeme erstellt werden sollen. Das Programm verlangt daraufhin die Eingabe eines Dateinamens, unter dem die eingestellte Konfiguration gespeichert wird. Über den Menüpunkt ,,Quit Without Saving`` kann das Programm ohne Änderungen an der aktuellen Konfiguration verlassen werden. Zu allen Optionen ist unter dem Help-Button kontextsensitive englischsprachige Hilfe verfügbar.

make menuconfig

Im Prinzip funktioniert auch make menuconfig wie xconfig, nur daß es im Textmodus arbeitet. Die Konfiguration via menuconfig basiert auf der ncurses-Bibliothek zur Terminalsteuerung.

Innerhalb des Konfigurationsprogramms werden die Funktionen der unteren Menüleiste mit den Cursortasten $\leftarrow$ und $\rightarrow$ sowie der TAB-Taste ausgewählt und mit ENTER bestätigt. Innerhalb des Scroll-Fensters kann der Auswahlbalken mit den Cursor-Tasten $\uparrow$ und $\downarrow$ sowie den + und - Tasten bewegt werden. Menüeinträge, bei denen ,,-->`` am Ende angezeigt wird, schalten in eine Unterauswahl mit weiteren Konfigurationsmöglichkeiten. Bei der Auswahl der Treiber bedeutet ,,[ ]``, daß der Treiber nur in den Kernel einkompiliert werden kann. Mit ,,<  >`` gekennzeichnete Treiber können sowohl als Module übersetzt als auch fest in den Kernel eingebunden werden. Ist die Position zwischen den Klammern leer, wird der Treiber nicht übersetzt. Befindet sich ein ,,y`` zwischen den Klammern, wird der Treiber in den Kernel eingebaut, bei ,,m`` wird er als Modul übersetzt. Die Auswahl wird über die Tasten ,,y`` (in den Kernel), ,,m`` (als Modul) oder ,,n`` (weglassen) gesteuert. Der Menüpunkt ,,Exit`` oder die ESC-Taste springen in die nächsthöhere Menüebene zurück. Über den Menüpunkt ,,Save Configuration to an Alternate File`` im Hauptmenü kann die die aktuelle Konfiguration in eine Datei gespeichert und mit ,,Load an Alternate Configuration File`` auch wieder eingelesen werden. Mit ESC ESC oder den Menüpunkt ,,Exit`` wird das Programm beendet und der Benutzer gefragt, ob er die aktuelle Konfiguration übernehmen möchte. Ebenso wie bei xconfig sind über die Menüauswahl HELP oder die Taste ,,¿` kontextsensitive englischsprachige Hilfstexte abrufbar.

Die Konfigurationsmöglichkeiten im Einzelnen

Der folgende Abschnitt beschreibt die möglichen Konfigurationsparameter in der Reihenfolge, wie sie in den Menüs des Kommandos make xconfig erscheinen. Die Optionsnamen unterscheiden sich leicht in den verschiedenen Konfigurationsvarianten, es sollte aber aus dem Kontext ersichtlich sein, um welche Option es sich jeweils handelt.

Der Linuxkernel für die Intel-PC Architektur besitzt in der aktuellen Version (2.0.14) über 340 Konfigurationsoptionen. Aus Platzgründen sind in diesem Abschnitt deshalb nur jene erwähnt, die grundlegenden Einfluß auf das Kernelverhalten haben. Genauere Informationen zu den einzelnen Treibern sind der englischsprachigen Online-Hilfe und weiterführenden englischen Texten im Verzeichnis Documentation/ im Linuxquelltextverzeichnis zu entnehmen.

Code maturity level options

Prompt for development and/or incomplete code/drivers
bestimmt, ob in den nachfolgenden Menüs auch Treiber und Funktionen selektiert werden können, die sich noch im Entwicklungszustand befinden, nicht vollständig sind oder nicht stabil funktionieren. Diese Option sollte nur ausgewählt werden, wenn kein Wert auf hohe Stabilität gelegt oder ein Treiber unbedingt benötigt wird.

Loadable module support

Enable loadable module support
kompiliert in den Kernel Unterstützung für zur Laufzeit ladbare Treiber ein. Als zur Laufzeit ladbare Module lasse sich alle Dateisysteme und fast alle Gerätetreiber übersetzen. Diese Option ist in den meisten Fällen sinnvoll, da selten benötigte Treiber als Module übersetzt werden sollten, damit sie nicht immer Speicher belegen und die Wahrscheinlichkeit von Hardwarekonflikten reduziert wird.

Set version information on all symbols for modules
ermöglicht die Verwendung der Module auch in älteren oder neueren Kerneln. Normalerweise müssen alle Module unter dem Kernel übersetzt werden, unter dem sie auch verwendet werden sollen. Diese Option setzt zu jedem Kernelsymbol, das im Modul verwendet wird, eine Versionsnummer, die nur dann geändert wird, wenn sich die entsprechende Kernelfunktion ändert. Auf diese Weise kann beim Laden des Modul überprüft werden, ob das Modul zum gerade verwendeten Kernel kompatibel ist. Werden Module verwendet, die nicht Teil der Kernelquelltexte sind oder nur in Binärform vorliegen, ist diese Option besonders wichtig.

Kernel daemon support (e. g. autoload of modules)
compiliert Unterstützung für den sog. ,,kerneld`` ($\to$ Seite [*]) in den Kernel ein. Der ,,kerneld`` ist ein Benutzerebenenprogramm, das bei Bedarf Dateisystemmodule, Treiber, Bildschirmschoner o. ä. laden kann. Es ist im modules-1.2.8-Paket und allen neueren Versionen des Pakets enthalten.

General setup

Kernel math emulation
muß verwendet werden, falls der Kernel auf Rechnern ohne mathematischen Koprozessor verwendet werden soll. Die Koprozessoremulation vergrößert den Kernel stark, wird aber abgeschaltet, wenn der Kernel beim Start einen Koprozessor findet.

Networking support
sollte immer in den Kernel eingebunden werden, da etliche Programme die Funktionalität verwenden, selbst wenn der Rechner keine Verbindung zu einem Netzwerk besitzt.

Limit memory to low 16MB
sollte in den meisten Fällen nicht notwendig sein. Die Option ist für alte Rechner gedacht, die Cache- oder DMA-Probleme mit mehr als 16MB RAM haben.

PCI bios support
und
PCI bridge optimization (experimental)
sollten auf allen neueren PCI Rechnern eingeschaltet werden. Lediglich einige der ersten PCI-Systeme haben BIOS- oder Chipsatzfehler, die eine Abschaltung dieser Optionen erfordern.

System V IPC
ermöglicht Interprozeßkommunikation, eine kernelgestützte Kommunikationsschnittstelle zum Datenaustausch der Programme untereinander. Da viele Programme, insbesondere der Dosemulator und einige Datenbanken, dieses Feature benötigen, sollte es normalerweise eingeschaltet sein.

Kernel support for a.out binaries
Das a.out-Binärformat ist ein altes UNIX-Format für ausführbare Prgramme. Neuere Linux-Distributionen verwenden das ELF-Format (Executable and Linkable Format). Viele Programme liegen aber noch im a.out-Format vor, so daß auch diese Option eingeschaltet werden sollte.

Kernel support for ELF binaries
Das ELF-Format ist ein (unter Linux) neues Format für Programme und Bibliotheken, das immer häufiger Verwendung findet. Auch diese Option sollte eingeschaltet werden.

Kernel support for JAVA binaries
ermöglicht das Starten von Java-Applets aus der Kommandozeile. Aufgrund der noch recht schwachen Verbreitung von Java-Programmen ist diese Option ein eher Kandidat für ein Modul oder kann ganz weggelassen werden.

Compile kernel as ELF - if your GCC is ELF-GCC
dient zur Unterscheidung zwischen den verschiedenen Compilerversionen. Falls auf Ihrem System ein gcc-Compiler der Version 2.7.0 oder neuer installiert ist, sollte der Kernel im ELF-Format übersetzt werden. Bei einem älteren Compiler ist ,,n`` die richtige Antwort. Das Kommando gcc -v gibt die Versionsnummer des installierten Compilers aus.

Processor type
gibt an, für welchen Prozessor der Kernel optimiert werden soll. Der Wert ,,386`` erzeugt einen Kernel, der auf allen Intel-Prozessoren der 80x86-Reihe funktioniert. Die Werte ,,Pentium`` und ,,PPro`` können nur bei gcc-Versionen 2.7.0 und neuer verwendet werden.

Floppy, IDE and other block devices

Normal floppy disk support
dient zur Auswahl, ob der Treiber für Diskettenlaufwerke in den Kernel compiliert werden soll. Angesichts der immer geringer werdenden Bedeutung dieses Mediums kann dieser Treiber auch gut als Modul gebaut werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Kernel ausschließlich von der Festplatte gebootet werden soll.

Enhanced IDE/MFM/RLL disk/cdrom/tape support
und

Old harddisk (MFM/RLL/IDE) driver
lassen die Wahl zwischen dem neuen, schnelleren IDE-Treiber, der zudem Bandlaufwerke, CDROMs, PCMCIA-Festplatten und IDE-Wechselplatten unterstützt, und dem alten IDE-Treiber, der nur Festplatten verwalten kann. Falls keine Probleme auftauchen, sollte immer der neue Treiber verwendet werden.

Use old disk-only driver on primary interface
ermöglicht die Verwendung des alten Treibers auf dem ersten Festplatten-Controller und des neuen Treibers auf allen weiteren im System installierten Controllern.

Include IDE/ATAPI CDROM support
ist nur mit dem neuen IDE-Treiber verfügbar und ermöglicht die Verwendung von CDROMs am IDE-Bus.

Include IDE/ATAPI TAPE support
ist ebenfalls nur mit dem neuen IDE-Treiber verfügbar und ermöglicht die Verwendung von Bandlaufwerken am IDE-Bus.

Support removable IDE interfaces (PCMCIA)
In Verbindung mit dem PCMCIA-Paket von David Hinds können mit dieser Option PCMCIA-IDE-Festplatten verwendet werden. Das PCMCIA-Paket liegt auf hyper.stanford.edu im Verzeichnis /pub/pcmcia.

CMD640 chipset bugfix/support
Viele 486 und Pentium Rechner mit SiS oder Neptune Chipsatz verwenden diesen leicht fehlerhaften IDE-Controller. Im Zweifelsfall ist es besser, diese Option einzuschalten, um Abstürzen oder Datenverlusten vorzubeugen. Bei PCI-Systemen erkennt der Kernel automatisch einen CMD640 Chip, bei VESA-Bus Systemen muß dem Kernel der Bootparameter ide0=cmd640_vlb übergeben werden.

RZ1000 chipset bugfix/support
Ebenso wie der CMD640 hat der RZ1000 Chip, der oft in Pentium-Rechnern mit Neptune-Chipsatz verwendet wird, einen groben Hardwarefehler, der zu Datenverlusten führen kann. Diese Option ermöglicht einen sicheren Betrieb dieses Kontrollers auf Kosten der Geschwindigkeit.

Die anderen IDE-Optionen dienen der Optimierung auf bestimmte Controllertypen oder ermöglichen das dritte oder vierte IDE-Interface anzusprechen. Sie erfordern zusätzlich Bootparameter.

Loopback device support
läßt das ,,mounten`` einer Datei als Dateisystem zu. Dieses Feature erfordert ein mount-Programm der Version 2.5 oder neuer und hat nichts mit dem Netzwerk-,,loopback-device`` zu tun.

Multiple devices driver support
,
Linear (append) mode
und
RAID-0 (striping) mode
ermöglichen, mehrere Partitionen zu einer großen zu verbinden. Linear mode beschreibt die Partitionen nacheinander, d. h. wenn eine Partition voll ist, wird die nächste verwendet. RAID-0 mode beschreibt alle Partitionen parallel, was zu deutlichen Geschwindigkeitsvorteilen führt, wenn die Partitionen sich auf verschiedenen Festplatten befinden.

RAM disk support
Eine Ramdisk funktioniert einen Teil des Arbeitsspeichers zur Festplatte um. Diese Funktion wird hauptsächlich bei der Installation verwendet, wenn auf der Festplatte noch kein Dateisystem zur Verfügung steht.

Initial RAM disk (initrd) support
ermöglicht das Laden einer Ramdisk durch den Bootloader (lilo oser loadlin).

XT harddisk support
bindet einen Treiber für steinalte Festplatten-Contoller ein, wie sie vor Jahren in den ersten IBM-PCs, auch als IBM-XT bekannt, verwendet wurden.

Networking options

Network firewalls
betreibt den Linux-Rechner als Firewall, wird normalerweise nicht benötigt.

Network aliasing
ermöglicht die Angabe von mehreren IP-Adressen auf einem Netzwerkinterface, wird ebenfalls nur selten verwendet.

TCP/IP networking
sollte fast immer eingeschaltet sein, da viele Programme, wie z. B. das X Window System, Netzwerkfunktionen verwenden, selbst wenn der Rechner an kein Netzwerk angeschlossen ist.

IP: forwarding/gatewaying
versetzt den Rechner in die Lage, als ,,Brücke`` zu anderen Netzwerken für die Rechner des lokalen Netzes zu agieren. Diese Option wird ebenfalls benötigt, wenn der Rechner ein SLIP- oder PPP-Server für andere Rechner sein soll.

IP: PC/TCP compatibility mode
kann eingeschaltet werden, falls Probleme mit Verbindungen zu DOS-Rechnern, die eine alte, fehlerhafte TCP-Software verwenden, auftreten.

IP: Allow large windows (not recommended if <16MB of memory)
verbessert den Datendurchsatz auf sehr schnellen und langen Verbindungen, wie z. B. Satelliten-Verbindungen oder Überseestandleitungen, die mit Geschwindigkeiten von mehr als 2 MBit/s arbeiten. Diese Option erhöht die für Netzwerkpuffer verwendete Speichermenge drastisch und sollte auf Rechnern mit weniger als 16 MB RAM nicht eingeschaltet werden.

The IPX protocol
muß verwendet werden, wenn der Rechner als Client oder Server in IPX (Novell-Netware) Netzen arbeiten soll. Zur Nutzung dieser Funktionalität sind noch andere Softwarepakete (mars_nwe, oder lwared) erforderlich, die die Konfiguration des IPX-Interfaces übernehmen. Zur Verwendung als Client muß das NCP-Dateisystem verwendet werden.

Appletalk DDP
In Verbindung mit dem netatalk Software-Paket ermöglicht dieser Treiber, den Linux-Rechner als Datei- und Druckserver für Apple-Macintosh-Systeme zu verwenden. Ebenso können von Linux aus Drucker, die an einen Mac angeschlossen sind, verwendet werden. Linux kann jedoch nicht die Netzwerkdateisysteme der Macs als Client ansprechen.

Die restlichen Netzwerkoptionen dienen eher selten benötigten Spezialanwendungen und können im Normalfall ausgeschaltet werden.

SCSI support

SCSI support
bindet den Grundstock von Funktionen zur Steuerung von SCSI-Systemen (Small Computer Systems Interface) in den Kernel ein.

SCSI disk support
bestimmt, ob SCSI-Festplatten unterstützt werden. Die Angaben zu den entsprechenden Controllern werden später erfragt.

SCSI tape support
bindet die Unterstützung für SCSI-Bandlaufwerke in den Kernel ein.

SCSI CD-ROM support
Hier kann die Unterstützung für SCSI-CD-ROM-Laufwerke eincompiliert werden. Diese Unterstützung ist nur für CD-ROMs vorhanden, die über einen der nachfolgend konfigurierten Hostadapter angesteuert werden.

SCSI generic support
stellt ein allgemeines Interface zu SCSI-Geräten, die durch keinen der anderen speziellen Treiber angesprochen werden können, zur Verfügung. Diesem Treiber ordnet der Kernel alle SCSI-Geräte zu, die er nicht erkennt (z. SCSI-Drucker oder Scanner). In der Regel sind besondere Programme in der Benutzerebene zuständig, um das Gerät sinnvoll zu steuern.

Probe all LUNs on each SCSI device
Eine LUN (Logical Unit Number) dient der Unterscheidung logischer Geräte innerhalb eines SCSI-Gerätes. Manche CD-Wechsler präsentieren jede der ansteuerbaren CDs als eigenes CD-ROM auf einer eigenen LUN. Die meisten normalen Geräte verwenden diese Möglichkeit jedoch nicht.

Verbose SCSI error reporting (kernel size +=12K)
kann im Normalfall ausgeschaltet bleiben. Falls Probleme mit einem SCSI-Gerät oder Controller auftreten, kann diese Option verwendet werden, um leichter verständliche Fehlermeldungen vom Kernel zu bekommen.

SCSI low-level drivers

Die Konfigurationsmöglichkeiten der SCSI-Hostadapter beziehen sich fast ausschließlich auf die herstellerabhängigen Varianten verschiedener, für PC-Systeme angebotenen Erweiterungskarten. Da die meisten Kartenhersteller noch keine linuxspezifischen Treiber ausliefern, hängt die Verwendbarkeit eines bestimmten Controllers von der direkten Unterstützung im Linuxkernel ab. Linux unterstützt über 30 verschiedene SCSI-Chipsätze auf über 100 Controllern unterschiedlichster Hersteller.

Da die Treiber für die unterschiedlichen SCSI-Controller fast durchweg einen recht hohen Speicherbedarf haben, sollte nur der Treiber fest in den Kernel eingebunden werden, der beim Booten benötigt wird. Alle anderen Treiber können als Module übersetzt und zur Laufzeit geladen werden.

Für die 53C8xx Chipsätze von NCR (üblicherweise als onboard-Controller auf vielen PCI-Systemen zu finden) stehen zwei Treiber zur Auswahl. Der erste wird mit NCR53c7,8xx SCSI support in den Kernel eingebunden und unterstützt zusätzlich zur 53C8xx-Familie auch noch die 53C7xx-Reihe von NCR. Dieser Treiber ist der von Drew Eckhardt entwickelte Linux-NCR-Treiber und wird nicht mehr weiterentwickelt. Da dieser Treiber keine Pariätsprüfung auf dem SCSI-Bus zuläßt, sollte er nicht für FAST-SCSI-2 Anwendungen eingesetzt werden. Befindet sich in dem System lediglich ein Controller der 53C8xx Baureihe, sollte der zweite Treiber, der mit der Option NCR53C8XX SCSI support selektiert werden kann, eingesetzt werden. Er ist eine Portierung des FreeBSD-Treibers von Wolfgang Stanglmeier und Stefan Esser. Durch seine Fähigkeit zur Paritätsprüfung und ,,tagged command queueing`` ist er sowohl in FAST-SCSI-2 als auch in WIDE-SCSI Anwendungen verwendbar.

Network device support

Network device support
stellt die grundlegende Netzwerkfunktionalität sowie das Netzwerk-loopback-Interface, das Netzwerkverbindungen innerhalb des Rechners simuliert, zur Verfügung. Ist das System an kein Online-Netzwerk angeschlossen und wird auch keine Verbindung via SLIP, PPP oder PLIP zu einem anderen System aufgebaut, kann diese Frage verneint werden. Für Store-and-Forward Netzwerke wie UUCP, FIDO-NET als auch für TERM (einen IP-Emulator) braucht diese Option nicht installiert zu werden.

Dummy net driver support
stellt ein zweites lokales Netzwerkinterface ähnlich dem loopback-Device zur Verfügung, das auf die eigene SLIP oder PPP IP-Adresse konfiguriert werden kann, um den Rechner auch bei nicht bestehender Netzwerkverbindung unter der eigenen IP-Adresse ansprechen zu können.

EQL (serial line load balancing) support
ermöglicht, mehrere Netzwerkverbindungen parallel zum selben Ziel zu betreiben und das Datenaufkommen gleichmäßig auf alle Leitungen zu verteilen.

PLIP (parallel port) support
ermöglicht, ein ,,mini``-IP-Netzwerk zwischen zwei Rechnern mit Hilfe der Druckerschnittstelle aufzubauen. Es wird ein besonderes Kabel für die Verbindung benötigt, das auch als ,,Turbo-Laplink`` Kabel bekannt ist. In der Datei drivers/net/README?.plip sind Schaltpläne für das Kabel zu finden. Die maximale Kabellänge beträgt 15m.

PPP (point-to-point) support
bindet den PPP-Treiber für Wählverbindungen in den Kernel ein. PPP ist eine Weiterentwicklung des SLIP (Serial Line Internet Protocol). Falls der anzuwählende Rechner PPP unterstützt, ist diesem Protokoll der Vorzug zu geben.

SLIP (serial line) support
ist eine Möglichkeit, sich via Modem über analoge Verbindungen in das Internet einzuwählen.

CSLIP compressed headers
ermöglicht einen höheren Datendurchsatz und bessere Antwortzeit bei interaktiven Anwendungen, da die Verwaltungsinformationen in den Datenpaketen komprimiert werden. Diese Option darf nur verwendet werden, wenn die Gegenstelle ebenfalls Headerkompression unterstützt.

Keepalive and linefill
ist eine Erweiterung zu SLIP, die zur Überwachung der Leitungsqualität insbesondere bei schlechten Analogverbindungen und Fernverbindungen dient. Die Gegenstelle muß dieses Verfahren unterstützen.

Six bit SLIP encapsulation
ermöglicht die Verwendung von SLIP Verbindungen über serielle Leitungen, die nicht alle Zeichen korrekt übertragen, verringert jedoch den Datendurchsatz.

Die weiteren Optionen beziehen sich auf paketvermittelte Datennetze und Amateurfunkverbindungen. Weitere Informationen sind unter Documentation/networking/ und drivers/net/README.* zu finden.

Ethernet (10 or 100Mbit)
Die folgenden Optionen binden Treiber für verschiedene Ethernetkartentypen und Parallelportadapter in den Kernel ein. Viele ,,Noname``-Karten sind zu anderen Modellen (bei ISA-Karten meistens zu NE2000 und bei PCI-Karten meisten zu AMD/Lance) kompatibel.

Token Ring driver support
bindet Unterstützung für Token Ring Netzwerke in den Kernel ein.

IBM Tropic chipset based adaptor support
ist ein Treiber für Token Ring Hardware, basierend auf dem ,,Tropic``-Chipsatz von IBM. Unterstützung für andere Karten existiert derzeit nicht.

ARCnet support
Im Gegensatz zu Ethernet Karten besitzen alle Arcnet Karten die gleiche Softwareschnittstelle, so daß mit diesem Treiber jede Arcnet Karte (von 320 Kbit/s bis 100 Mbit/s) verwendet werden kann.

Enable arc0e (ARCnet ``Ether-Encap'' packet format)
ermöglicht die Kommunikation des Linux-Rechners mit Microsoft Lanmanager Rechner, die Arcnet verwenden.

Enable arc0s (ARCnet RFC1051 packet format)
ermöglicht die Kommunikation des Linux-Rechners mit Rechnern, die das ,,alte`` Arcnet Protokoll verwenden, wie NetBSD (PC) und AmiTCP (Amiga).

ISDN subsystem

ISDN support
bindet ISDN (Integrated Digital Services Network) Unterstützung in den Kernel ein. Bislang werden nur drei ISDN-Kartentypen unterstützt, davon zwei aktive und eine passive Karte.

Support synchronous PPP
erlaubt Verbindungen zu ,,Terminaladaptern`` bzw. ISDN-Modems, die keine direkte Kapselung von IP-Paketen in HDLC können (ELSA, ZyXEL) und normalerweise über die serielle Schnittstelle oder den Druckeranschluß betrieben werden.

Use VJ-compression with synchronous PPP
kann nur verwendet werden, wenn es von der Gegenstelle unterstützt wird und verringert die Antwortzeiten bei interaktiven Anwendungen.

Support generic MP (RFC 1717)
ermöglicht das Versenden von verschiedenen Netzwerkpaketen (IPX, Appletalk) über das ISDN-Interface.

Support audio via ISDN
Mit dieser Option kann der Rechner mit Hilfe zusätzlicher Software (vgetty, vbox) als digitaler Anrufbeantworter oder Voice-Mailboxsystem betrieben werden.

ICN 2B and 4B support
Ist ein Treiber für ICN ISDN-Karten. Die 2B Karte unterstützt 2 B-Kanäle, die 4B-Karte 4 B-Kanäle pro Karte. Die ICN Karten sind aktive Karten, die zusätzliche Firmware zum Betrieb benötigen und mit einem eigenen Programm geladen werden müssen.

PCBIT-D support
Die PCBIT Karte ist wie die ICN Karten eine aktive Karte und benötigt zusätzliche Software. Sie unterstützt 2 B-Kanäle.

Teles/NICCY1016PC/Creatix support
ist ein Treiber für alle Teles-8, Teles-16 und Teles-16.3 kompatiblen ISDN Karten. Zur Konfiguration ist weitere Software erforderlich. Der Treiber besitzt im Gegensatz zu den anderen beiden Karten in Deutschland keine Postzulassung.

CDROM drivers (not for SCSI or IDE/ATAPI drives)

Hinter diesem Menü verbergen sich zahlreiche Treiber für CD-ROM-Laufwerke, die mit einer eigenen Erweiterungskarte betrieben oder an Soundkarten angeschlossen werden. Die meisten dieser Treiber erfordern zusätzliche Bootparameter, die die I/O-Adressen und Interruptnummern angeben, auf die das CD-ROM eingestellt wurde. IDE und SCSI CD-ROMs müssen hier nicht angegeben werden.

Filesystems

Quota support
ermöglicht das Setzen von Nutzungsgrenzwerten für den Festplattenplatz einzelner Benutzer. Dieses Feature ist nur für Systeme sinnvoll, die von vielen ``speicherhungrigen'' Personen benutzt oder als Dateiserver verwendet werden. Bislang werden Quotas nur auf Partitionen unterstützt, die mit dem Ext2 Dateisystem formatiert wurden.

Mandatory lock support
wird von einigen Datenbanksystemen wie Oracle und Informix verwendet. Diese Option erfordert die neuesten Versionen der Programme mars_nwe, nfsd, samba, netatalk und anderer Dateiserver-Programme. Sie wird im Normalfall nicht benötigt.

Minix fs support
Dieses Dateisystem sollte wegen seiner weiten Verbreitung auf jeden Fall in den Kernel eincompiliert werden, da es meistens auf Disketten verwendet wird. Es ist in der Partitionsgröße auf 64 MB beschränkt.

Extended fs support
Dieses Dateisystem wird nur noch aus Gründen der Kompatibilität unterstützt. Auf neu installierten Systemen sollte es nicht mehr verwendet werden.

Second extended fs support
Das ,,Second extended Filesystem`` ist das schnellste, leistungsfähigste und derzeit am weitesten verbreitete Linux-Dateisystem. Es erlaubt Partitionsgrößen bis zu 2TB (2 Terrabyte = 2000 Gigabyte) und Dateigrößen bis zu 2GB. Das ext2fs ist von vornherein auf gute Erweiterbarkeit ausgelegt und ist ,,das`` Linux-Dateisystem schlechthin.

xiafs filesystem support
Das xiafs ist stark an das Minix-Dateisystem angelehnt und älter als das ext2fs. Es unterstützt Partitionsgrößen bis zu 4 GB und Dateigrößen bis zu 64 MB. Dateinamen können bis zu 255 Zeichen lang sein. Das Dateisystem wird heute kaum noch verwendet und ist hauptsächlich aus Kompatibilitätsgründen noch verfügbar.

DOS FAT fs support
liefert die Grundlage für alle anderen auf den von MS-DOS verwendeten ,,File Allocation Tables`` basierenden Dateisysteme.

MSDOS fs support
Wenn MS-DOS-Disketten oder -Partitionen gemountet werden sollen, kann das MS-DOS-Dateisystem eincompiliert werden. Es enthält keine Unterstützung für komprimierte Dateisysteme. Wird diese Frage mit n beantwortet, ist es trotzdem möglich, MS-DOS-Disketten mit den mtools zu bearbeiten.

VFAT (Windows-95) fs support
ist im Prinzip das gleiche wie das MS-DOS Dateisystem, nur mit Unterstüzung für lange Dateinamen und Symlinks, wie sie unter Windows `95 verwendet werden. Es enthält keine Unterstützung für komprimierte Dateisysteme.

umsdos: Unix like fs on top of std MSDOS FAT fs
Das umsdos (UNIX/MS-DOS) Dateisystem erzeugt mit Hilfe versteckter Dateien alle Funktionen, die ein UNIX Dateisystem benötigt. Es kann zur Installation von MS-DOS und Linux auf ein und derselben Partition verwendet werden, ist aber wesentlich langsamer als die anderen UNIX Dateisysteme.

/proc filesystem support
Das sog. Prozeßdateisystem bildet die interne Prozeßstruktur des Kernels auf das Dateisystem ab. Die neuen Versionen von ps, free, xsysinfo, u. a. verwenden dieses Dateisystem, um die entsprechenden Informationen zu lesen.

NFS filesystem support
Wird das NFS-Dateisystem mit eingebunden, so können im Netz Verzeichnisse anderer Rechner, die als NFS-Server betrieben werden, gemountet werden.

Root file system on NFS
ermöglicht sog. ,,Diskless Workstations``, Rechner ohne Festplatte unter Linux zu betreiben.

BOOTP support
ermöglicht das Bestimmen der IP-Adresse von Rechnern, die ohne eigene Festplatte betrieben werden und alle Dateisysteme via NFS einbinden. Um diese Funktion verwenden zu können, muß ein BOOTP-Server im Netzwerk zu Verfügung stehen. Falls das BOOTP-Protokoll im EPROM der Ethernetkarte verwendet wird und den Kernel mit allen notwendigen Informationen versieht, muß diese Option nicht installiert werden.

RARP support
ist der Vorläufer des BOOTP-Protokolls.

SMB filesystem support (to mount WfW shares etc..)
Mit dem SMB Dateisystem können exportierte Festplatten und Verzeichnisse von Rechnern in das Dateisystem eingbunden werden, die als LAN MANAGER Server dienen. Diese Server müssen allerdings LAN MANAGER auf TCP/IP-Basis unterstützen.

SMB long filename support (EXPERIMENTAL)
stellt lange Dateinamen (bis zu 255 Zeichen) unter sm SMB-Dateisystem zur Verfügung. Dieses Feature funktioniert nicht mit Rechnern, die unter Windows 3.11 (Windows for Workgroups) arbeiten.

NCP filesystem support (to mount NetWare volumes)
versetzt den Linux-Rechner in die Lage, von Novell-Servern exportierte Verzeichnisse anzusprechen.

ISO9660 cdrom filesystem support
Das ISO9660 Dateisystem ist das Standarddateisystem für CD-ROMs. Linux unterstützt sowohl das `reine' ISO9660 Dateisystem als auch die Rock Ridge Erweiterungen.

OS/2 HPFS filesystem support (read only)
Dieser Treiber ermöglicht das Lesen von OS/2 HPFS-Dateisystemen. Ein Beschreiben der Dateisysteme ist nicht möglich.

System V and Coherent filesystem support
ermöglicht den Zugriff auf SystemV R2 386, Xenix und Coherent Dateisysteme.

Amiga FFS filesystem support (EXPERIMENTAL)
wird auf dem PC wohl in den seltensten Fällen benötigt. Es bietet Zugriff auf Festplatten des Commodore AMIGA Systems. AMIGA Disketten können nicht gelesen werden, da der AMIGA ein anderes physikalisches Aufzeichnungsformat verwendet, das von PC-Floppy-Controllern nicht unterstützt wird.

UFS filesystem support (read only)
Das UFS-Dateisystem wird überwiegend von BSD-verwandten Systemen wie NextStep, SunOS oder FreeBSD verwendet. Auch einige System V Varianten können UFS-Partitonen lesen und schreiben. Dieser Treiber erlaubt nur Lesezugriff auf UFS-Partitionen.

BSD disklabel (FreeBSD partition tables) support
FreeBSD verwendet ein eigenes Partitionsschema für Festplatten. Mit dieser Erweiterung ist Linux in der Lage, FreeBSD Partitionstabellen zu lesen und in Verbindung mit dem UFS-Dateisystem auch Partitionen zu mounten.

SMD disklabel (Sun partition tables) support
Wie FreeBSD, verwendet auch SunOS ein eigenes Partitionsformat. Sollen SunOS Festplatten unter Linux gelesen werden, muß diese Option eingeschaltet sein. Zusätzlich ist das UFS-Dateisystem erforderlich.

Charakter devices

Standard/generic serial support
ist der Standardtreiber für serielle Schnittstellen. Er deckt die Ports COM1--COM4, AST fourport, passive BOCCA, passive Accent und HUB6 Karten ab. Werden mehr als die ersten beiden seriellen Schnittstellen (COM1 und COM2) verwendet, sollte der Treiber nicht als Modul übersetzt werden, da beim Entfernen des Moduls auch die Konfigurationsinformationen für alle Schnittstellen gelöscht werden. Zur Konfiguration der Schnittstellen ist das Programm setserial erforderlich.

Die nächsten Optionen sind Treiber für einige aktive Schnittstellenkarten verschiedener Hersteller. Für einige ist zusätzliche Firmware für den Betrieb unter Linux erforderlich.

Parallel printer support
steuert den normalen Druckeranschluß an. Falls das BIOS des Rechners verschiedene Betriebsmodi für den Druckeranschluß unterstützt, sollte die Einstellung ,,normal`` oder ,,Standard`` gewählt werden. Die Einstellung des IRQ für den Druckeranschluß erfolgt mit dem Programm tunelp.

Mouse Support (not serial mice)
Bietet Unterstützung für verschiedene Busmäuse und Trackballs in Laptops. Die meisten Busmäuse verhalten sich wie PS/2-Mäuse.

Support for user misc device modules
erlaubt das Laden von Modulen für andere Eingabegeräte. Bislang sind allerdings so gut wie keine Module dieser Art verfügbar. Es bietet sich an, diese Abfrage zu verneinen.

QIC-02 tape support
compiliert den Treiber für QIC-02 Bandlaufwerke in den Kernel ein.

Do you want runtime configuration for QIC-02
Diese Option ermöglicht es, die Parameter des Bandlaufwerkes zur Laufzeit einzustellen. Sie benötigen dazu das Programm qic02conf. Ansonsten müssen Sie die Parameter Ihres Laufwerkes in der Datei include/linux/tpqic02.h eintragen.

Ftape (QIC-80/Travan) support
bindet einen Treiber für sog. ,,Floppytape``-Streamer in den Kernel ein. Obwohl diese Laufwerke ursprünglich am Disketten-Controller betrieben wurden, gibt es inzwischen auch eigene Erweiterungskarten für diese Laufwerke. Unterstützt werden der Colorado FC-10 und FC-20, der Mountain MACH-2 sowie die meisten 2Mbit/s Controller. Zur Verwendung eines dieser Controller müssen in der Datei drivers/char/ftape/Makefile die entsprechenden Optionen aktiviert werden.

Advanced Power Management BIOS support
ist fast ausschließlich für batteriebetriebene Laptops interessant, deren BIOS der APM-1.0 oder APM-1.1 Spezifikation entspricht. Die meisten BIOSe der ,,großen`` Rechner entsprechen nicht den APM Spezifikationen und verwenden ein für den Linuxkernel reserviertes Datensegment, was zu Abstürzen beim Booten des Rechners führen kann. Der Treiber kann auch keine sog. ,,Energiespar-Monitore`` abschalten.

Watchdog Timer Support
Ein Watchdog (Wachhund) ist ein Gerät, daß den Rechner nach einem Absturz automatisch neu startet. Ein Hardware-Watchdog besteht aus einer Steckkarte, die einen Hardwarereset durchführt, wenn die auf der Karte enthaltenen Zeitgeber nicht in regelmäßigen Abständen zurückgesetzt werden. Der Kernel besitzt auch die Möglichkeit, eine Watchdog-Karte durch Software zu emulieren, allerdings kann die Emulation den Rechner nicht immer neu starten, wenn der Absturz die Funktion des Rechners zu stark beeinträchtigt hat.

Enhanced Real Time Clock Support
stellt die Statusinformationen der PC-Uhr unter /proc/rtc zu Verfügung. Über das Device /dev/rtc kann die Uhr gestellt werden. Ebenso wird die Einstellung der ,,Weckzeit`` ermöglicht, die viele Laptops verwenden, um sich zu einer bestimmten Uhrzeit wieder einzuschalten. Dieser Treiber ist besonders auf Multiprozessorsystemen wichtig.

Sound

Sound card support
bindet Treiber für diverse Soundkarten ein. Die Treiber erwarten die Angabe der verwendeten DMA, IRQ und I/O Einstellungen.

Kernel hacking

Kernel profiling support
stellt unter /proc/profile Informationen zur Verfügung, mit denen bestimmt werden kann, wieviel Zeit der Kernel für bestimmte Funktionen benötigt.

Profile shift count
bestimmt den Adressabstand, mit dem die einzelnen vom Kernel ausgeführten Befehle in /proc/profile aufgelistet werden.


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Das Linux Anwenderhandbuch
(C) 1997 LunetIX