Dieses Handbuch wird mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Hetze auf den Servern der Linux Information Systems AG gehosted.

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Die Binärverzeichnisse

Die für Unix typische Strukturierung des Dateisystems nach funktionalen Gesichtspunkten wird bei den Verzeichnissen mit dem Namen bin besonders deutlich. Auf den verschiedenen Ebenen des Dateisystems gibt es jeweils Verzeichnisse dieses Namens, denen allen gemeinsam ist, daß sie ausschließlich ausführbare Dateien enthalten. 

Der Vorteil dieser Zusammenfassung besteht darin, daß die automatische Suche der Shell (und anderer Programme) nach einem ausführbaren Programm auf diese Weise schnell und unkompliziert ist. Zu diesem Zweck werden alle bin-Verzeichnisse mit ihren absoluten Namen in der Umgebungsvariablen PATH aufgelistet.  Die Standardbelegung für PATH ist:

PATH=/bin:/usr/bin:/usr/X11R6/bin:/usr/local/bin

Für die Systemverwalterin kommen noch weitere Verzeichnisse hinzu:

PATH=/sbin:/usr/sbin:$PATH

Das Verzeichnis /bin im Rootfilesystem enthält alle Programmdateien, die für die essentiellen Aufgaben der Systemverwaltung gebraucht werden, die aber auch von den anderen Systembenutzern verwendet werden können.

Im File-System-Standard ist eine Liste der essentiell wichtigen Programmdateien für /bin aufgeführt. Natürlich können Sie bei Bedarf weitere Programme in diesem Verzeichnis installieren.

$ ls /bin
arch        dd          gzip        more        rmdir       true
bash        df          hostname    mount       sed         umount
cat         dmesg       kill        mv          setserial   uname
chgrp       domainname  ln          netstat     sh          zcat
chmod       echo        login       ping        stty
chown       ed          ls          ps          su
cp          false       mkdir       pwd         sync
date        gunzip      mknod       rm          tar
$ _

Die meisten dieser Kommandos sind im Referenzteil des Buches ausführlich beschrieben.

Das Verzeichnis /sbin enthält alle Programmdateien für die essentiellen Aufgaben der Systemverwaltung, deren Ausführung der Superuserin (root) vorbehalten ist.

Um das Rootfilesystem möglichst klein zu halten, sind in /sbin wie in /bin nur die absolut notwendigen Programme enthalten:

$ ls /sbin
arp           fdisk         ifconfig      mkfs.minix    sln
badblocks     fsck          init          mkfs.xiafs    ssync
clock         fsck.ext2     ldconfig      mklost+found  swapoff
dumpe2fs      fsck.minix    lilo          mkswap        swapon
e2fsck        fsck.xiafs    mke2fs        reboot        telinit
fastboot      getty         mkfs          route         tune2fs
fasthalt      halt          mkfs.ext2     shutdown      update
$ _

Die beiden Binärverzeichnisse im Wurzelverzeichnis haben jeweils ein Pendant im Verzeichnis /usr. In /usr/bin befindet sich das Gros der Programmdateien einer Distribution. Es muß sich nicht unbedingt um Binärdateien handeln, Shellscripte und andere interpretierbare Textdateien können hier ebenfalls enthalten sein, wenn sie durch die entsprechenden Zugriffsrechte als ausführbar gekennzeichnet sind und der Interpreter durch eine eine Konstruktion[*] in der ersten Zeile festgelegt ist.

In /usr/sbin sind die alle Programme für die Superuserin enthalten, die nicht zum Booten und für die Bearbeitung der Dateisysteme gebraucht werden. Wie das Verzeichnis /sbin muß auch /usr/sbin im Pfad von Usern ohne Systemverwaltungsaufgaben nicht enthalten sein.

Zwei weitere Sammelverzeichnisse für Binärdateien sind /usr/local/bin und /usr/X11R6/bin. Das erste enthält Programmdateien, die nicht Bestandteil der Linux-Distribution sind. Das zweite enthält die Programme, die mit der grafischen Benutzeroberfläche von Linux, dem X Window System, arbeiten. Für kommerzielle Systemerweiterungen kann noch das Verzeichnis /opt/bin hinzukommen.


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Das Linux Anwenderhandbuch
(C) 1997 LunetIX