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Subsections


tar

        

Funktion:

tar (tape archiver) verwaltet Dateiarchive

Syntax:

tar [-Acdrtux] [-delete] [-b N] [-BgGhiklmMoOpPPsSvwWz] [-C Verzeichnis] [-f Datei] [-F Datei][-K Datei] [-L Länge] [-N Datum] [-T Datei] [-V Name] [-X Datei] [0-7] [{lmh}]

Beschreibung:

tar ist ursprünglich ein Tool zur Verwaltung von Bandarchiven. Das GNU-tar kann aber auch auf ,,rohen`` Disketten oder in normalen Dateien Archive im tar Format anlegen und verwalten. Normalerweise werden Archive mit tar nicht komprimiert. Das GNU-tar kann aber die Ein- und Ausgabe durch einen Kompressor leiten. Die neuen Versionen (ab 1.11.2) unterstützen sowohl compress als auch gzip.

Wenn auf der Kommandozeile keine Datei und kein Gerät angegeben ist, versucht tar auf die Gerätedatei eines Magnetbandgerätes zuzugreifen. Je nach Konfiguration ist das meist /dev/tape oder /dev/rmt0. Sie können eine andere Voreinstellung wählen, indem Sie die Umgebungsvariable TAPE mit dem Pfadnamen der entsprechenden Gerätedatei belegen.

Optionen:

Die Optionen können aus Gründen der Kompatibilität mit anderen, älteren Versionen von tar auch in Abweichung von den POSIX-Regeln ohne das für Optionen übliche Minuszeichen angegeben werden. tar interpretiert den ersten Kommandoparameter immer als Optionsblock. Optionsargumente müssen dann im Anschluß an den Optionsblock in der Reihenfolge angegeben werden, in der die Optionen im Optionsblock erscheinen.

Einige wenige spezielle Optionen des GNU-tar sind nicht als einfache Buchstabenoptionen erreichbar. Diese Schalter und Regler können Sie nur in der für GNU-Kommandos spezifischen verbalen Form erreichen.

-A
hängt ein komplettes Archiv an ein anderes Archiv an (nicht für Magnetbänder)
-c
erzeugt ein neues Archiv
-d
vergleicht das Archiv mit dem Dateisystem
- -delete Datei
löscht die Datei aus dem Archiv (nicht für Magnetbänder)
-r
hängt Dateien an das Archiv an (nicht für Magnetbänder)
-t
zeigt den Inhalt des Archivs
-u
ersetzt Dateien, die neuer als eine bereits archivierte Version sind; ist eine Datei noch nicht archiviert, so wird sie eingefügt (nicht für Magnetbänder)
-x
kopiert Datei oder alle Dateien aus dem Archiv

Weitere Optionen
-atime-preserve
veranlaßt tar, die Zugriffszeit nach der Archivierung zurück zu setzen
-b N
setzt die Blockgröße auf Nx512 Bytes (Voreinstellung ist N=20)[*]
-B
unterdrückt den Abbruch von tar beim Lesen unvollständiger Blöcke; zum Lesen von 4.2BSD Pipes
-C Verzeichnis
wechselt während der Ausführung in das Verzeichnis, um von dort weitere Dateien zu archivieren
-f Datei
benutzt Datei oder das damit verbundenen Gerät als Archiv
-F Datei
bei mehrteiligen Archiven (Option -M) wird das Shellscript Datei ausgeführt, wenn das Medium voll ist
-G
erzeugt am Anfang des Bandarchives einen speziellen Eintrag für jedes archivierte Verzeichnis; spezielles GNU Format
-g Datei
erzeugt eine Datei mit einer Liste der archivierten Verzeichnisse als Zeitmarke der Archivierung; wenn die Datei bereits existiert, werden nur die Dateien archiviert, die nach dieser Zeitmarke erzeugt oder verändert wurden (spezielles GNU Format: 1. Zeile = Zeitmarke, 1. Feld = Nr. der Partition, 2. Feld = Inode des Verzeichnisses, 3. Feld = Name des Verzeichnisses)
-h
archiviert die referenzierten Dateien anstelle der Links
-i
ignoriert Blöcke mit Nullbytes im Archiv
-k
existierende Dateien werden beim Auspacken von Archiven nicht überschrieben
-K Datei
beginnt eine Aktion bei Datei im Archiv
-l
verhindert Archivierung von Dateien aus anderen Dateisystemen
-L Länge
wartet auf Medienwechsel nach Länge Bytes
-m
das Datum der letzten Änderung wird nicht mitarchiviert
-M
das Archiv ist auf mehrere Medien verteilt (Multi-Volume)
-N Datum
archiviert nur Dateien, die neuer sind als Datum
-o
benutzt das alte V7 tar-Format anstelle des ANSI Formates
-O
schreibt die Dateien in die Standardausgabe
-p
erhält die Zugriffsrechte der Dateien
-P
archiviert mit absoluten Dateinamen
-R
gibt zu jeder Meldung die Blocknummer des Archivblocks aus, von dem die Meldung verursacht wurde
-s
zeigt an, daß die Liste von Dateien im Argument die gleiche Reihenfolge hat wie die Dateien im Archiv
-T Datei
holt die Namen der zu archivierenden Dateien aus Datei
-v
meldet jede Aktion
-V Name
erzeugt ein Archiv mit dem (internen) Label Name
-w
erwartet interaktiv Bestätigung jeder Aktion
-W
verifiziert die geschriebenen Daten im Archiv
-X Datei
liest aus der Datei Namen oder reguläre Ausdrücke von bzw. für Dateien, die nicht archiviert werden sollen
-z
erzeugt ein mit gzip komprimiertes Archiv
-Z
erzeugt ein mit compress komprimiertes Archiv
-{0..7}{lmh}
spezifiziert das Gerät und die Dichte des Speichermediums (für Diskettenarchive ohne Bedeutung); 0 ist der erste Streamer, 1 der zweite und so weiter; die Dichte bestimmt den Bandtyp[*]

Beispiel:

Beispiele für die Verwendung von tar finden Sie hier und hier.

Siehe auch:

cpio, mt, shar(1)

Autor:

John Gilmore


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Das Linux Anwenderhandbuch
(C) 1997 LunetIX